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Full text of "Die Reptilien und Fische der böhmischen Kreideformation"

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REPTILIEN UND FISCHE 




der 



böhmischen Kreideformation 



von 



D;- ANTON FRITSCH. 



(Veröffentlicht mit Subvention des Comites für die Landesdurchforschung von Bölimen.) 



]Mib lO litliographisoheii Tafeln uncl 6G Holzsohnitten. 



Preis 15 fl. ö. W. = 30 Mark. 



P R ^ G. 



Verlag des Verfassers, — Tn Commission bei Fr. RrvNÄc. 



"St^-: 



Alex. Agassiz. 

Etbraru of tbt Museum 



OP 



COMPARATIVE ZOÖLOGY, 

AT HARVARB COllEGE, CAMBRIDGE, MASS, 
JouiitirB iu priSatt sutsctiption, in 1861. 



Deposited by ALEX. AGASSIZ. 







I>ie 



REPTILIEN UND FISCHE 



der 



böhmischen Kreideformation 



von 



m ANTON FRITSCH. 



(Veröffentlicht mit Subvention des Comites für die Landesdurchforschung von Böhmen.) 



Mlit lO litographisohen Tafeln, und 66 Holzschnitten. 



P E ^ G. 

V 

Verlag des Verfassers, — Tn Commission bei-Pr. ^tvnac. 



PrUCK von Pr. ^D. PrEGR in fRAG 18 



VORWORT. 



Indem ich hiemit meine dritte Monographie*) über die Petrefakten der böhmischen 
Kreideformation „die Reptilien und Fische" den Freunden der Palaeontologie vorlege, muss 
ich einige Worte zur Erläuterung des Zweckes beifügen, den ich bei dieser Publikation 
zu erreichen anstrebte. 

Ursprünglich beabsichtigte ich mich bloss auf die Fische zu beschränken, indem ich 
die spärlichen von Prof. Eeuss beschriebenen Reptilienreste als genügsam bekannt betrach- 
tete. Da sich aber bei deren näherer Untersuchung behufs des Vergleiches mit den saurier- 
ähnlichen Fischen wichtige Abweichungen von der früheren Auffassung herausgestellt haben 
und ausserdem neue Reste dem Museum zugekommen sind, so entschloss ich mich dieselben 
dennoch, wenn auch kurz, zu behandeln. 

Die neue Darstellung der Fische, welche Prof. Reuss schon in seinem Hauptwerke und 
auch in einer neueren Arbeit **) beschrieb, rechtfertigt sich durch das schöne neue Material, 
das unser Museum durch die Arbeiten des Comites für Landesdurchforschung erhielt und 
das unsere Kenntniss der einzelnen Arten von der Schuppe zum ganzen Fisch, von einem 
Kieferfragment oder einem Zahne zum ganzen Skelett förderte, sowie durch eine Reihe 
ganz neuer oder für Böhmen neuer Arten. 

Bei vielen Arten lernten wir eine grössere, sowohl horizontale, als verticale Ver- 
breitung kennen, bei anderen gelang es uns genau die Schichte, in der sie vorkommen, zu 
präcisiren. 

Auch die Unterbringung der einzelneu Arten in dem neuen Schema unserer Ein- 
theilung der Kreideformation dürfte nicht tiberflüssig erscheinen, denn noch in jüngster Zeit 
wird hie und da von Ai'ten gesprochen, welche „im Gault" in Böhmen vorkommen sollen.***) 



*) a) Über die Callianassen der böhmischen Kreideformation 1867. h) Fritsch & Schlönbach Cephalopoden der 

böhmischen Kreideformation 1872. Fr. Rivnäc Prag. 
**) Neue Fischreste aus dem böhm. Pläner. Denkschriften der k, Akademie, V^ien, XIII. Band. 
***) Palaeontographica Band XV, pag. 290. 



Namentlich konnte der von Eeuss gebrauchte Ausdruck „unterer Plänerkalk" leicht 
Missverständnisse veranlassen, denn einmal z. B. bei Korytzan bedeutet er cenomane Korytzaner 
Schichten, ein andermal bei Laun die turonnen Mallnitzer Schichten und bei Koschtitz sogar 
die noch jüngeren Teplitzer Schichten. 

Die Mehi'zahl der Abbildungen bietet neue Darstellungen, wovon manche wesentlich 
verbesserte Reussische Originale darstellen; viele der Haifischzähne wurden nach Originalen 
von neuen Fundorten gezeichnet. 

Um namentlich unseren einheimischen, am Lande lebenden Freunden der Palaeonto- 
logie ein vollständiges Bild über die Fischreste unserer Kreideformation zu liefern, Hess ich 
auch einige Arten aus Reuss und Agassiz copiren, deren Werke sich nicht so leicht Jemand 
beschaffen kann. Und so bietet die hier vorliegende Monographie ein vollständiges Bild 
unseres jetzigen Wissens über diesen Zweig der palaeontologischen Wissenschaft. 

Nachdem die meisten in Böhmen vorkommenden Haifischzähne in neuerer Zeit von 
Prof. Geinitz durch Lithographie dargestellt wurden, so zog ich vor, zu meinem Zwecke 
lieber den Holzschnitt zu benützen, und zwar aus dem Grunde, weil dadurch Material zu 
einem Handbuche der Palaeontologie Böhmens gesammelt wird, dessen Herausgabe ich seit 
längerer Zeit vorbereite, und weil dadurch die Kostspieligkeit der gegenwärtigen Publication 
eine geringere wurde. 

Bezüglich der Ganoiden und Knochenfische bin ich mir dessen wohl bewusst, dass 
ich nicht alles osteologische Detail beschreiben und vergleichen konnte, wie das ein über 
grosse Skelettsammlungen verfügende Specialforscher hätte thun können, ich hoffe aber, dass 
das von mir Gebotene brauchbares Material für spätere Arbeiten liefern wird. 

Die Herausgabe dieser Schrift wurde mir durch die Unterstützung des Comites für 
Landesdurchforschung wesentlich erleichtert, weshalb ich demselben hiemit für diese Förderung 
der einheimischen Palaeontologie bestens danke. 

Ebenso sage ich hiemit den wärmsten Dank der Direktion der geol. Reichsanstalt 
in Wien, welche mir die schwer zugänglichen Schriften Huxleys mit gewohnter Liberalität 
geliehen hat, sowie den Herren Prof. Laube, Prof. Lütken und J. Prazäk, welche mich 
durch Rath und That in meinem Bestreben unterstützten. 



PRAG, im Jänner 1878. 



Br. A. Fritsch. 



O 1 a s s e : lEt e p t i 1 i a. 

Erste Ordnung. Saurii. 

IF*olyx*tycliocloii interruptus, Ow. 

Taf. I Fig. 1—3. — Holzschnitt Fig. 1. 

(Owen fossil reptilia of the cretaceus Formation London 1851 - 1864. [Palaeontographica], pag. 55. Tab. 9, 
11, 14. — Aptychodon cretaceus Reuss. Palaeontologische Miscellen in den Denkschriften der k. Akademie 

der Wissenschaften 1855, p. 85. Taf. 4, 5, 6.) 

Die Reste dieses riesigen, in der Kreideformation weit verbreiteten Sauriers wurden auch in 
Böhmen im Jahre 1853 gefunden und zwar auf dem Plateau des Weissen Berges bei Prag in dem 
Margarether Steinbruche. Der hier als Baustein gewonnene Pläner gehört den höchsten Lagen der 
Weissenberger Schichten : den Wehlowitzer Plänern an und enthält ausser den für diesen sehr be- 
zeichnenden Ammonites Woolgari und Klythia Leachii mehrere Arten von Fischen, welche ursprünglich 
in Lewes in England in der unteren weissen Kreide gefunden wurden, z. B. Hypsodon Lewesiensis, 
Osmeroides Lewesiensis etc. 

Man fand in dem oben erwähnten Steinbruche eine Reihe von Hohlräumen nach grossen 
Zähnen, welche Reuss in oben erwähnter Abhandlung beschrieb und abbilden liess. 




Fig. 1. Polyptychodon interruptus Ow. Gezeichnet nach einem Abguss des nach 
Vernichtung der Zahnsubstanz entstandenen Hohlraumes. Vom Weissen Berg bei Prag. 

Natürliche Grösse. 



Er fand die Innenfläche der Hohlräume nach den Zahnkronen von einer glatten Schichte der 
Zahnsubstanz ausgekleidet und schloss daraus, dass die Oberfläche der Zähne glatt gewesen sei, was 
ihn zur Aufstellung einer neuen Gattung : „Aptychodon" bewog. 

1 



Als icli Yor einigen Jahren einen grossen Kiefer mit glatten Zähnen von dem riesigen 
Fische Hypsodon aus dem Pläner des Weissen Berges erhielt, kam ich auf den Gedanken, dass die 
grossen glatten Zähne von „Aptychodon" vielleicht auch einem Fische und nicht einem Saurier an- 
gehören dürften, welche letztere sonst in der Kreideformation fast alle gefurchte Zähne besitzen. 

Als ich zu diesem Zwecke die Originale zu der Reussischen Abhandlung näher untersuchte, 
fand ich, dass die Negative der Zahnkronen nicht glatt, sondern schön gefurcht sind, und dass bloss 
allzugrosse Schonung der Petrefakten Ursache war, dass Reuss die Oberflächenbeschaffenheit der 
Zähne verkannte, welche selbst der Zeichner seiner Tafeln V. Fig. 1 schon theilweise darstellte. 

Ich reinigte nun gründlich die in Brauneisensteinkrusten erhaltenen Negative der Zähne, ver- 
fertigte Gypsabgüsse und erhielt so die wahre Gestalt der Zähne, in denen ich sofort den von Owen 
beschriebenen Polyptychodon interruptus erkannte. Der 'Holzschnitt Fig. 1 stellt den Abguss des 
Zahnes in natürlicher Grösse dar. Die vergrösserte Zahnkrone ist auf Taf. 1 Fig. 3 dargestellt. 

Die über die Oberfläche der Zaknkrone hinziehenden schmalen Falten sind von ungleicher 
Länge und nur etwa 10 erreichen die Spitze ; die sich dazwischen schiebenden enden bereits im An- 
fange des zweiten Viertels der Zahnlänge. In der unteren Hälfte der gefalteten Zahnkrone dichoto- 
miren die meisten Falten und zeigen manche auch einen schwach wellenförmigen Verlauf. An der 
Basis zählt man 60 — 70 Falten. Der ganze Habitus der Zähne stimmt mit dem bei Owen Taf. XI 
Fig. 4 abgebildeten Exemplare aus dem Lower Chalk bei Lewes, nur sind manche unserer Exemplare 
um ^/j grösser. 

Mit den Zähnen zugleich wurden auch Knochenreste gefunden, von denen Reuss bloss erwähnt, 
dass sie keine Markhöhlen haben und dass sie sich von der umgebenden Steinmasse nicht loslösen lassen. 

Ich untersuchte nun diese Reste genau, entfernte noch die daranhaftenden Gesteinspartien, 
suchte die Fragmente zusammen und fand folgendes : 

1. Einen Wirbelhörper mit flacher Vorder- und Hinterfläche und einer massigen Sattelvertiefung 
auf der unteren Fläche. Die obere Fläche ist mit der Gesteinsmasse fest verbunden. (Taf. I Fig. 1, 2.) 
Die Masse sind folgende : Höhe 50 mm., Länge 85 mm.. Breite in der Mitte 85 mm.. Breite an 
den Gelenkflächen 120 mm. 

2. Ein Fragment des Unterkiefers : Ein gabiig gespaltener Knochen (wahrscheinlich aus der 
Nähe der Gelenkverbindung) von 33 cm. Länge. Der eine Gabelast hat 7 cm., der andere 9 cm. Breite 
das vordere entgegengesetzte Ende misst 12 cm. Der breitere Gabelast zeigt den Abdruck eines der 
gefalteten Zähne mit der Spitze nach unten, wodurch es fast zur Sicherheit wird, dass wir es hier 
mit Kieferresten zu thun haben. 

3. Zweites Fragment des Unterkiefers. Ein massiver Knochen von 70 cm. Länge ; derselbe 
ist auf dem einen Ende 9 cm. breit und verschmälert sich allmälig, so dass er am entgegengesetzten 
Ende bloss 6 cm. breit ist. Demselben liegt ein flacher breiterer Knochen von 45 cm. Länge und 
12 cm. Breite an. 

4. Ein Fragment des Stirnbeines ? Dies ist ein flacher etwa handgrosser Knochen von 2 cm. 
Dicke, dessen eine Seite eine bogige Wölbung zeigt, welche dem oberen Rande der Augenhöhle ent- 
sprechen dürfte. 

Sodann sind noch mehrere dünne, flach gewölbte Fragmente vorhanden, welche gewiss von 
dem Schädel herrühren. 

Von Knochen der Extremitäten ist nichts vorhanden. Leider hat man in der Partie des Stein- 
bruches, wo diese wichtigen Reste gefunden wurden, aufgehört zu arbeiten und somit ist seit der 
Zeit nichts mehr gefunden worden. 



Von anderen Fundorten liegt nur ein schleclit erhaltener Hohlraum eines Zahnes aus dem 
Pläner von Libochovic vor dessen Deutung noch sehr unsicher ist. 

Was das geologische Alter der Schichten anbelangt, in welchen wir in Böhmen diese Art 
gefunden haben, so müssen dieselben als das unterste Tourou aufgefasst werden. Sicher sind sie 
jünger als die cenomanen Schichten, in denen diese Zähne in anderen Ländern bei Cambridge, Kehl- 
heim in Baiern, Kaspenau in Schlesien, am Dmester Ufer bei Onuth, in der Bukowina und im Eisen- 
sandsteine von Kursk gefunden werden. 

Da die Kreide von Lewes, wo die Art auch vorkommt, von cenonem Alter ist, so scheint 
alles darauf hinzuweisen, dass ihre Existenz über cenoman, touron und cenon gedauert hat. 

Die Thatsache, dass man die Gattung Polyptychodon nun auch im Gault von Cheville ge- 
funden hat, deutet darauf hin, dass dieser riesige Krokodil noch eine grössere verticale Ver- 
breitung hatte.*) 



Xguanod.on'? Exogiramm, Fr. 

Taf. I, Fig. 4, 5. 
Holzschnitt Figur 2. 

Das Fragment einer Tibia wurde in den an Exogira Coluraba und Pecten aequicostatus reichen 
Kalksteinen der cenomanen Korytzaner Schichten in den Steinbrüchen von Holubitz bei Kralup ge- 
funden. Es ist bloss die Ausfüllung der ehemaligen Markhöhle mit Gesteinsmasse, zeigt aber deutlich 
die Stellen, wo die grösseren Gefässe eindrangen. Die Knochensplitter, die noch an diesem Steinkern 
haften, zeigen unter dem Mikroskope deutliche Knochenstruktur. 




Fig. 2. Iguanodon ? Exogirarum Fr. Tibia ? 
Aus dem Exogirenlsalke von Holubitz bei Kralup. '/j natürl. Grösse. 



In der Gestalt stimmt der Knochen mit der von Owen Taf. 34 abgebildeten Tibia von 
Iguanodon ziemlich tiberein, doch ist bei der ünvollkommenheit des Bestes keine sichere Bestimmung 
möglich. 



*) Vergleiche auch : U. Schlönbachs Kleine palaeontologische Mittheilurgen. Jahrbuch der geologischen Reichs- 
anstalt 1868, p. 455 und Süss Entstehung der Alpen p. 107. 

1* 



Zweite Ordnung. Chelonia. 

Chelone Benstedi, Ow. 

(Owen Palaeontographical Society 1851 p. 4. Tab. I, 11, III. — Reuss. Palaeontologische Miscellen. Taf. II. 
Denkschriften der k. Akademie der Wissenschaften. 10. Band. 1855 p. 78.) 

Holzschnitt Fig. 3. 




Fig. 3. Chelone Benstedi Ow. von Pätek. Nach dem Original neu 
gezeichnet in % natürlicher Grösse von K. Neumann. 



Dieser schöne Schildkrötenrest wurde in den Weissenberger Schichten und zwar in dem 
Wehlowitzer Pläner zwischen Slavetin und Pätek gefunden, also in demselben Niveau wie der Poly- 
ptychodon interruptus, mit welchem Saurier auch diese Schildkröte in England gleichzeitig lebte. 

Das Exemplar befindet sich gegenwärtig im Museum zu Prag, wohin es mit der Zeidlerischen 
Sammlung gelangte. 



Ordnung Elasmobranchii. Die Haifische. 



Unterordnung Squalini. 

Carcliarias priscus, Giebel. 

(Oxyrhina heteromorpha Eeuss I, p. 7. S. III, F. 14, 15, 16. — Scoliodon priscus Reuss 11, p. 100, T. XXIV, 

F. 23, 24. T. XLII, F. 10, 11, 12). 

Holzschnitt Fig. 4. 

Dieser kleine Haifischzahn ist durch seine starke Biegung nach hinten, seinen unter der 
Spitze gelegenen gekerbten Absatz, sowie durch seine glatten Ränder ausgezeichnet. 

Eeuss fand ihn in den Korytzaner Schichten (seinem unteren Pläner- 
kalke) von Weisskirchlitz bei Teplitz und in den Teplitzer Schichten (seinem 
unteren Plänerkalke) Yon Koschtitz. 

Ich erhielt bisher nur einige Exemplare aus den in Gueissspalten 
gelagerten, cenomanen (Koiytzaner) kalkigen Schichten in Sbyslav bei Cäslau. 

Einen ganz ähnlichen Zahn besitzen wir auch aus den Launer 
Kalkknollen der Mallnitzer Schichten, nur bemerkt man an ihm nicht den 
vorderen gekerbten Absatz, so dass man ihn auch zu der am meisten 
nach hinten gebogenen Form der Oxyrhina angustidens stellen kann. 




Fig. 4. Carcharias priscus, G. 

Aus den Korytzaner Schichten 
von Sbyslav. 
5mal vergrössert. 



Otod.u.s appendlculattxs, Ag. 

(Reuss I, p. 5. T. m, F. 22-29. 11. p. 99. — Geinitz Elbthal. I, p. 294. T. 65, F. 6, 7. — II, pag. 208. 

T. 38, F. 37—54.) 

Holzschnitt Fig. 5. 

Dieser weit verbreitete und nicht seltene Haifisch kommt fast 
in allen Schichten der böhmischen Kreideformation vor. 

1. In den cenomanen Korytzaner Schichten führt ihn Reuss an : 
von den Schillingen bei Bilin, aus den Conglomeratschichten vom Boren, 
von Teplitz und Weisskirchlitz. Ich fand ihn in Kolin (Zälabi), Kutten- 
berg, Kamaik, Zbyslav, Ronov, Holubitz und Korytzan. 




Fig. 5. Otodus appendiculatus, Ag 

Aus dem Pläner d. Weissen Berges 
bei Prag. In natürlicher Grösse. 



2. In den Weissenberger (untertouronen) Schichten besitzen wir ihn von : Radim bei Luze, 
Kunnwald, Laun, Zeleznä bei Mecholup, Gastorf und vom Weissen Berg bei Prag. 

3. Aus den Malnitzer Schichten führt ihn Eeuss von Laun an. 

4. In den Iserschichten fand ich ihn in Zamost bei Jungbunzlau. 

5. Aus den Teplitzer Schichten führt ihn Reuss von Koschtitz und von Teplitz an, ich fand 
ihn in Dobromefic bei Laun. 

6. Aus den Priesener Schichten beschreibt ihn Eeuss aus Luschitz, Priesen und Postelberg. 

7. Die Chlomeker Schichten lieferten diese Art in einem schönen Exemplare von Winafitz 
bei Jungbunzlau. 

Vergleicht man die Exemplare aus den ältesten Korytzaner Schichten mit denen aus den 
jüngsten, den Chlomeker Schichten, so bemerkt man, dass der mittlere Hauptzahn an den letzteren 
schmäler und länger ist. 

Otoclns rudis, Eeuss. 

Eeuss II, p. 99. T. XXI, F. 26-40. 
Holzschnitt Fig. 6. 

Diese Zähne weichen in ihrer Form ab, je nach der Stelle des Kiefers, wo sie sassen ; die vor- 
deren haben einen spitzigen, breit dreieckigen Mittelzahn, die hinteren einen niedrigen. Kömmt nach 
Reuss häufig in Weisskirchlitz vor. 




Fig. 6. Otodus rudis, Reuss Fig. 7. Otodussulcatus, Gein. 

von Weisskirchlitz. Ganz junges Exemplar von 

(Nach Eeuss.) Weisskirchlitz. 

(Hybodus gracilis Reuss.) 





Fig. 8. Otodus sulcaius, Gein. Fig. 9. Otodus sulcatus, Gein. 

Junges Exemplar von Weiss- aus den Korytz. Schichten 
kirchlitz. von Weisskirchlitz. 

(Hybodus regularis Reuss.) (Nach Eeuss.) 



Otodus sulcatus, Gein. 

((jein. Kieslingswalda p. 5. T. 4, F. 2. — Reuss II, p. 100. T. XI, F. 41. — Hybodus gracilis, Reuss II, 
p. 98. — Hybodus regularis Reuss, p. 98. Taf. 21, F. 11. — Geinitz Elbethal. I, p. 294. Taf. 65, Fig. 4.) 

Holzschnitt Fig. 7, 8, 9. 

Diese Art ist durch den schmalen, mittleren Zahn und die gefurchte Basis aller drei Spitzen 
ausgezeichnet. Die Jugendformen wurden von Reuss als zwei Arten Hybodus beschrieben, aber von 
Geinitz mit der erwachsenen Form 0. sulcatus vereinigt. 

Sie wurden nur äusserst selten von Reuss in den Korytzaner Schichten von "Weisskirchlitz 
und in den Priesener Schichten bei Priesen und Postelberg gefunden, welche letztere Funde aber 
die zweite Form H. gracilis betreffen. Einen ganz erwachsenen Zahn erhielt unser Museum vom Herrn 
Steinmetzmeister Ladislaw aus dem Steinbruche unterhalb der Barbarakirche (Korytzaner Schichten) 
in Kuttenberg. Derselbe stimmt mit dem von Geinitz (auf Taf. 65, Fig. 4. c) abgebildeten Exemplare. 



Otodias semiplicatus, v. Münster. 
(Reuss I, p. 5. T. 3, F. 20—21. — Geinitz Elbthalgeb. II, p. 209. T. 38, Fig. 55—60.) 

Holzschnitt Fig. 10. 





Fig. 10. Otodus semiplicatus aus den Iserschichten von Svijan. 
Natürliche Grösse, gez. von A. Solta. 

Das in Fig. 10 abgebildete Praclitexemplar erbielt unser Museum vom Herrn Pfarrer Placbta 
in Svijan bei Münchengrätz. Dasselbe stammt aus den eisenschüssigen Sandsteinen der Iserschicbten 
und ist dadurch ausgezeichnet, dass bei der bedeutenden Breite dennoch der mittlere Zahn verhältniss- 
mässig viel schmäler ist als an dem von Reuss abgebildeten Exemplare von Koschtitz. 



Otodus seri'atixs, Äg. 

Reuss I, p. 5. 

Holzschnitt Fig. 11. 

Von dieser Art sagt Reuss, dass sie nur einmal im Plänerkalk von 
Koschtitz (Teplitzer Schichten) vorgekommen ist und mit der Abbildung von 
Agassiz Vol. III, F. 32, F. 27, 28 übereinstimmt. Um die Aufmerksamkeit 
der Localsammler der dortigen Gegend auf diese Art zu leiten, füge ich hier 
eine Copie der Agassizischen Abbildung bei. 




Fig. 11. Otodus serratus Ag. 

(Nach Agassiz.) 



Oxyrlxina ivrantelll, Ag. 

(Reuss, p. 5. T. III, F. 1—6. — Geinitz Elbthalgeb. II, p. 207. Taf. 38, Fig. 1—21.) 

Holzschnitt Fig. 12. 

Dieser Riese unter den Haifischen der böhmischen Kreideformation ist sowohl in vertikaler 
als horizontaler Richtung weit verbreitet. 

In den Korytzaner Schichten fand ihn Reuss im Conglomerate des Boren und bei Weisskirchlitz. 
Das Museum besitzt ihn ausserdem von Kuttenberg (aus dem Steinbruche unterhalb der Barbarakirche) 
und von Zbyslav. 

Aus den Weissenherger Schichten vom Weissen Berge bei Prag, von Mecholup, Gastorf, 
Nimburg. 

Aus den Malnitzer Schichten von Laun und zwar sowohl aus dem Grünsand als auch aus den 
Kalkknollen des Steinbruches des H. Kostka. 

Die Iserschichten lieferten ihn bei Jungbunzlau. (Geschenk des Herrn Ingenieurs Musika.) 



Besonders häufig ist diese Art in den Teplitzer Schichten bei Teplitz, Laun, Koschtitz und Benatek. 

Ausser den Zähnen kommen in denselben Schichten auch Wirbel 
bis zum Durchmesser von 65 mm vor. 

Coprolithen erhielten sich besonders in den mergligen Lagern; 
so fand ich dieselben bereits in den Semitzer Mergeln in Tuchofitz. 

Der Pläner des Weissen Berges liefert auch gut erhaltene Hohl- 
räume mit Andeutung der Falten des Spiralklappendarmes. Ein Exemplar 
aus dem Pläner von Schlan besitzt auch noch Theile des übrigen Darmes 
angedeutet, was mich in der Annahme bestärkte, dass die Coprolithen 
nicht eine Losung waren sondern ein jeder Coprolith dem versteinerten 
Enddarme mit dem Spiralklappenapparate entspricht und dass von einem 
Individuum eines Fiches immer nur ein Coprolith sich erhalten konnte. 

Die chemische Untersuchung des Inhaltes der Coprolithen wurde 
von Dr. Hofmann durchgeführt*), da aber dieselben nirgends in 
grosser Menge bei uns vorkommen, so haben sie als Dungstoff keine 
Bedeutung. 




Fig. 12 Oxyrhina Mantelli Ag. 

Aue den Iserschichten bei Jung- 

bunzlau in natürl. Grösse 

(gez. von A. Solta). 



Oxyrhina ang-u.stid.eiis, Beuss. 

Reuss I, p. 6. F. 7—13. Oxyrhina acuminat Reuss I, p. 7. T. 3, F. 7—13. - 

T. 65, F. 1—3. II, p. 207. T. 38, F. 22—28.) 

Holzschnitt Fig. 13. 



Geinitz Eibthal I, p. 293. 



Diese veränderlichen Zähne wurden früher unter mehreren Artnamea beschrieben, aber da sich 
keine scharfen Gränzen zwischen denselben bestimmen lassen, so zog sie Geinitz wieder zur einzigen 
Art 0. angustidens zusammen. Jedenfalls bleibt das nur ein Collectivnamen für Zähne von verschie- 
dener Länge und Breite (ohne Seitenzähnchen), sowie verschiedener seitlicher Biegung. 




Fig. 13. Oxyrhina angustidens Eeuss. 

In natürlicher Grösse. Aus den Korytzaner 

Schichten von Velim bei Kolin. 




Fig. 14. Lamna acuminata Ag. 

Nat. Grösse. Copie nach Agassiz. 



Sie reichen von den Korytzaner bis zu den Priesener Schichten, vielleicht auch bis in die 
Chlomeker (bei Kreibitz nach Geinitz), sind aber jedenfalls in den ältesten cenomanen Schichten am 
häufigsten. Reuss führt sie aus den Conglomeratschichten des Boren, dann von Koschtitz und 
Priesen an. Ich fand sie besonders häufig in den Korytzaner Schichten von Velim, Kamajk und 
Zbyslav bei Öäslau. 



*) Archiv für Landesdurchforschung. Band I, Abth. V, p. 9. 



Lamna acixminata, Ag. 

(Agassiz Vol. 3. T. 37, F. 54—57. — Reuss I, p. 8.) 
Holzschnitt Fig. 14. 

Diese Art führt Reuss als selten im Pläner von Koschtitz (Teplitzer Schichten) an, ohne eine 
Beschreibung und Abbildung zu geben. Agassiz's Figur 54, deren Copie ich hier gebe, ist nach einem 
Exemplar aus der weissen Kreide von England, wo diese Art sehr häufig sein soll, verfertigt. 
Es wäre zu wünschen, dass die Localsammler der Gegend von Laun und Teplitz auf diese Art ihr 
Augenmerk wenden möchten, denn die Reussischen Originale sind kaum zu eruiren und es bleibt 
daher unsicher, ob die böhmischen Exemplare vielleicht nicht zu Otodus appendiculatus gehören. 

Lamna sixbulata, Ag. 

(Reuss II, p. 100. T. 24, F. 25. — L. undulata, Reuss I, p. 8. T. III, F. 46—48.) 

Holzschnitt Fig. 15, 16. 

Diese Art umfasst die glatten Zähne der Gattung Lamna, welche der Streifung auf der 
hinteren Fläche entbehren. 

Geinitz rechnet hiezu nur die kleinen Exemplare, wie sie Reuss als L. undulata abbildet, 
will aber nicht zulassen, dass das Exemplar T. 24, F. 25 dazu gehören sollte. 





Fig. 15. Lamna subulata Ag. 

Nach einem Exemplare aus Korytzan. Natürliche Grösse. 

a von vorne, b von der Seite. 



Fig. 16. Lamna subulata, Ag. 

Ein stark gebogenes junges Exemplar. 
Copie nach Reuss. 

Lamna undulata, Reuss. 



Das hier abgebildete Exemplar von Korytzan beweist, dass diese Art bei uns wirklich grössere 
Dimensionen erreichte, ohne deshalb zu Otodus appendiculatus gezählt werden zu müssen. Sie 
ähnelt vielmehr der L. Hopei aus dem Londonthon. 

Diese grossen Zähne, wie wir sie auch vom Weissen Berge erhielten, zu einer neuen Art zu 
machen, würde wohl eine undankbare Arbeit sein, da man bei diesen Haifischzähnen selbst mit der 
Bestimmung der Gattung Schwierigkeiten hat. 

Reuss führt diese Art von Weisskirchlitz und Koschtitz an. Ich sammelte sie seitdem in 
den Korytzaner Schichten bei Kolin, Zbyslav, Kamaik, Kuttenberg und Korytzan. In den Weissen- 
berger Schichten kamen nur wenige Exemplare am Weissen Berg bei Prag vor. 

2 



10 

HiaiiiiiEi raphiodon. Äff. 
Holzschnitt Fig. 17. 

(Odontaspis rapModon Reuss I, p. 7. T. 3, F. 34—36. T. 7, F. 15. T. 12, F. 3. — Lamna plicatella 
Eeuss I, p. 7. T. 3, F. 37—44. — Geinitz. Elbethal I, p. 295. T. 65, F. 9—11. II, p. 209.) 



Dieser durch seine zierliche Furchung der hinteren Fläche 
leicht erkennbare Zahn ist bei uns sehr Yerbreitet. Besonders 
häufig ist er in den Koin/tzaner Schichten, von wo ihn Reuss 
bereits anführt, von Weisskirchlitz, aus dem Conglomerat von 
Boren und dem Hippuritenkalk von Kutschlin. Ich fand ihn seitdem 
in Velim, Koli'n, Kamaik, Zbyslav und Kuttenberg. 

Aus den y^eisseriberger Schichten besitzen wir ihn von 
Möcholup, Gastorf und dem Weissen Berg bei Prag. 

In den Teplitzer Schichten kömmt diese Art in Koschtitz vor. 

In den Priesener nach Reuss in Priesen, Postelberg, Kautz 
und Wollenitz. 




Fig. 17. Lamna raphiodon, Ag. 

Aus dem Planer des Weissen Berges 

bei Prag. 



Squatina lol>ata, Reuss. 

(Reuss 11, p. 101. T. XXI, F. 21.) 
Holzschnitt Fig. 18. 

Sehr selten in den Priesener Schichten von Priesen bei Laun. 

Squatina IVIiiLlleri, Eeuss. 

(Reuss II, p. 100. T. XXI, F. 18, 19, 20.) 

Holzschnitt Fig. 19. 

Sehr selten in dem den Korytzaner Schichten angehörigen Kalke von Weisskirchlitz. 




Fig. 18. Squatina lobata, Reuss. 
Vergrössert. Copie nach Eeuss. 





Fig. 19. Squatina Mülleri, Reuss. 
Vergrössert. Copie nach Reuss. 



Fig. 20. Gomphodus Agassizi, R. 

Aus den Korytzaner Schichten von 
Zbyslav bei Cäslau. 



Grom.pliod.us -A.g-assizi, Eeuss. 

(Renss II, p. 99. T. XXI, F. 22-25.) 
Holzschnitt Fig. 20. 

Diese von Reuss aufgestellte Gattung war ihm nur nach Zähnen aus den Korytzaner Schichten 
von Weisskirchlitz bekannt. Ich erhielt einige Exemplare nun auch von Zbyslav bei Cäslau durch 



11 

Schlemmung der denselben Schichten angehörigen kalkigen Mergel. Nach einem dieser Exemplare 
ist die beigelegte Zeichnung angefertigt, welches durch den Besitz von doppelten Seitenhöckern sich 
der Fig. 25 bei Reuss nähert, doch ist der mittlere Höcker stumpfer, die seitlichen dagegen ver- 
hältnissmässig stärker entwickelt. 

Scillioclus Humbolclti, Gein. 

(Scyllium Humboldti, Reuss T. IV, F. 4, 8.) 
Holzschnitt Fig. 21. 

Scilliodus crassiconixs, Gein. 

(Scyllium crassiconus, Reuss I, p. 4. T. 2, F. 21, 22. T. 12, F. 11.) 
Holzsclmitt Fig. 22. 

Beide diese kleinen Arten wurden in den Conglomeratschichten des Boren gefunden. 

Es dürfte möglich sein, dass dieselben als verkümmerte Mittelzähne zu einer der bekannten 
grösseren Haifischarten gehören. Es haben nämlich die meisten Haifische an der Verbindungsstelle 
beider Kieferhälften eine Reihe von kleinen verkümmerten, den übrigen Zähnen oft unähnlichen 
Zähnchen. Dadurch würde sich auch ihre grosse Seltenheit erklären. 



Fig. 21. Scilliodus Humboldti, Gein. Fig. 22. Scilliodus crassiconus, Gein. 

Corax heterodon, Reuss. 

(Reuss I, p. 3. T. III, Fig. 49—71. — Geinitz Elbethal I, p. 296. II, p. 210. Taf. 40, F. 2—15. — Corax 

obliquus, Reuss I, p. 4. T. IV, F. 1, 2, 3.) 

Holzschnitt Fig. 23, 24. 

Diese in Form ziemlich variable Art findet sich in den meisten Schichten der böhmischen 
Kreideformation. 





Fig. 23. Corax heterodon var. appendiculata. Fig. 24. Corax lietorodon, Eeuss. 

Aus dem Pläner des "Weissen Berges Sehr breite Form von Pferov hei Lissa. 

bei Prag. 2mal vergrössert. 

In den Korytzaner Schichten führt sie Reuss aus den Comglomeratschichten am Boren und 
aus den Schillingen bei Bilin an ; ich fand sie in denselben bei Korytzan, Koli'n und Zbyslav. 

2* 



12 

In den Weissenherger Schichten wurden sie von mir in Pferov bei Lissa, am Weissen Berge 
bei Prag, in Mecholup, Lissa, Kadi'm bei Luze und in Eaudnitz aufgefunden. 

Die Mallnüzer /Schichten enthalten diesen Zahn in den Launer Kalkknollen und zwar sowohl 
in der normalen Form, als auch in der von Eeuss C. obliquus genannten. 

In den Iserschichten wird er bisher vermisst. 

Häufig ist er in den TepUtzer Schichten bei Koschtitz, bei Teplitz und Kistra. 

In den Friesener Schichten wurde er in Priesen und Postelberg gefunden. 

Sogar aus den Chlomeker Schichten von Kreibitz erwähnt Reuss diese Art. 




IVotidanus mlcrodon, Ag. 

(Reuss n, p. 98. T. XLII, F. 8.) 

Holzschnitt Fig. 25. 

Fig. 25. Notidanus microdon, Ag. 
Von Weisskirchlitz. (Nach Eeuas.) Wurde bisher nur einmal von Reuss in den zu den Korytzaner 

Schichten gehörigen Kalken bei Weisskirchlitz gefunden. Wo sich 

das Original-Exemplar befindet, ist mir unbekannt, und es wäre überhaupt wichtig zu erfahren, 

wo die meisten Originale zu den Reussischen Abbildungen sich befinden. In der Billiner Sammlung, 

die gegenwärtig in Pest ist, suchte ich sie seinerzeit vergebens. 




Fig. 26. Halfischstachel 

aus Korytzan. 

Natürliche Grösse. 



Spinax x*Otund.atus, Reuss. 
Renss I, p. 8. T. IV, F. 12, 13, 14 von Koschtitz. 

Splnax marginatus, Reuss. 
Reuss T, p. 8. T. IV, F. 11 von Koschtitz. 

Spinax major, Reuss. 

Reuss n, p. 101. T. XXI, F. 65 von Weisskirchlitz. 

Holzschnitt Fig. 26. 



Diess sind Bruchstücke von Flossenstacheln, die Reuss beschrieben und abgebildet hat. 

Es liegen auch Fragmente von Stacheln aus Kamaik und Zbyslav vor, welche dem Sp. 
rotundatus und major entsprechen würden, aber keine sichere Bestimmung zulassen. 

Aus Korytzan besitzen wir zwei Fragmente eines kräftigen Stachels, der an der Basis einen 
Durchmesser von 13 mm. hat. 

Die Oberflächenstruktur ist nicht erhalten und man gewinnt nur nach dem Querschnitt 
die Gewissheit, dass es ein Haifischstachel ist. 




13 

Hybodus cristatus, Beuss. 

(Kenss I, p. 2. T. 2, F. 20.) 

Holzschnitt Fig. 27. 

Fig^27. Hybodus cristatus, Reuss. pj^gg^ 2ahn wurde bisher nur einmal in den Teplitzer- 

Von Eoschtitz. In natürlicher Grosse. o t_- i 

(Nach Reuss.) SchicJiten von Koschtitz durch Eeuss gefunden. 



Hybodiis tenuissimus, Reuss. 
(Reuss II, p. 98. T. 21, F. 16, 17.) 





Holzschnitt Fig. 28. 
Fig. 28. Hybodus tenuissimus, Reuss. Fig. 29. Hybodus dispar, Reuss. 

HyboduLS dispar, Reuss. 

(Reuss II, p. 98. T. XXIV, F. 27, 28.) 

Holzschnitt Fig. 29. 




Fig. 30. Hybodus serratus, Reuss. Fig. 31. Hybodus Bronni, Reuss. Fig. 32. Hybodus polyptychus, Reuss. 

Hybodus serratus, Reuss. 

(Reuss II, p. 98. Taf. XXI, F. 14, 1.5) 

Holzschnitt Fig. 30. 



Hybodus Bronni, 

(Reuss II, p. 97. Taf. XXIV, F. 26. T. XLII, F. 7.) 
Holzschnitt Fig. 31. 

Hybodus polyptychus, Reuss. 

(Reuss II, p. 97. T. XXI, F. 9, 10.) 
Holzschnitt Fig. 32. 

Diese fünf Arten wurden von Eeuss sämmtlich in den Korytzaner Schichten von Weisskirchlitz 
bei Teplitz gefunden. Bei der Unmöglichkeit, die Originale vergleichen zu können, will ich die Selbst- 
ständigkeit der Arten nicht anzweifeln, wenn sie sich auch sichtlich in zwei Gruppen, eine mit 
stumpfen, die andere mit spitzigen Kegeln reihen lassen. 

Ich fand in denselben Schichten am Kamaik bei Öäslau 4 Hybodus-Zähne, welche mit keinem 
der Eeussischen genau stimmen. Sie ähneln am meisten dem H. Bronni und zwar der Eeussischen 



14 

Fig. 26 auf Taf. 24, doch sind sie bei einer Höhe von 4 mm. nur gerade so breit und die zwei 
Nebenzähnchen auf Jeder Seite sind im Vergleich mit dem Mittelzahn viel kleiner. 

Hybodus regularis Eeuss von Weisskirchlitz, dann H. regularis von Weisskirchlitz, sowie von 
Priesen und Postelberg erwiesen sich als Jugendzustände von Otodus sulcatus. (Gein. I. p. 294.) 



Ptycliodus xiia.iiimilla.x>is, Ag. 

(Kenss I, p. 2. T. 2, F. 11, 12, 13. — Geinitz I, p. 297. T. 64, F. 26.) 

Holzschnitt Fig. 33. 

Diese Art ist die in Böhmen am meisten verbreitete und geht fast durch alle Schichten. 

In den Korytzaner Schichten führt sie bereits Eeuss aus 
den Conglomeraten des Boren an. Ich fand sie in Kolin, Eado- 
vesnic, Kuttenberg, Kamaik. 

In den Weissenherger Schichten besitzen wir sie von Lissa, 
Bestvin, Chabry, Mecholup und Gastorf. 

Häufig ist ihr Auftreten in den Teplitser Schichten, von 
wo ihn Eeuss aus Hundorf und Koschtitz anführt. 

Selbst aus den Priesener Schichten nennt sie Eeuss aus 
Priesen. 




Fig. 33. Ptychodus mammillaris, Ag. 

Aus den Weissenberger Schichten von 
Lissa. Nat. Grösse. 



DPtycliodxis decvirrens, Ag. 

(Reuss I, p. 1. T II, F. 10. — Geinitz I, p. 296. T. 64, F. 24, 25.) 

Holzschnitt Fig. 34. 

Unser Museum besitzt das von Agassiz selbst bestimmte 
und vol. III p. 154 citirte Exemplar, welches aus dem Pläner der 
Weissenberger Schichten in Lissa stammt, an welchem das Haupt- 
merkmal dieser Art: „die Verzweigung der Eippen nach den Seiten 
hin" deutlich wahrzunehmen ist. Da wir aus demselben Stein- 
bruche eine grosse Zahl von typischen Ptychodus mammillaris be- 
sitzen, die im ganzen Habitus von diesem Zahne abweichen, so 
erscheint diese Art wirklich als eine selbstständige. 
Eeuss führt die Art aus den Teplitzer Schichten von Hundorf und Koschtitz an. 




Fig. 34. Ptychodus decurrens, Ag. 

Aus den Weissenherger Schichten von 
Lissa. Kat. Grösse. 

(Da3 von Agassiz cltlrte Exemplar.) 



I*tyclioclus polygirus, Ag. 

(Geinitz I, p. 297.) 
Holzschnitt Fig. 35. 

Das abgebildete Exemplar stimmt genau mit der von Agassiz III, T. 25, F. 4 gegebenen 
Abbildung, welche nach einem Exemplare aus der Kreide von Kent angefertigt wurde. 



15 

Unser Museum erhielt es aus den Weissenberger Schichten von Mecholup von H. P. Kara 
zum Geschenke. 





Fig. 35. Ptychodus polygirus, Ag. von Mecholup. 
In natürlicher Grösse. A von oben, B von der inneren Seite. 



Es zeichnet sich von der folgenden Art P. latissimus durch die grössere Zahl (9) der Rippen 
aus, welche nach den Seiten hin rasch umbiegen und sich auf der Innenseite in der Mitte der Seiten- 
fläche wechselseitig vereinigen. 



Ptychodus latissimus, Ag. 

(Reuss I, p. 1. Taf. II, F. 5—8. — Geinltz II, p. 212. Taf. 40, F. 16, 22.) 

Holzschnitt Fig. 36. 

Das abgebildete Exemplar wurde in den Teplitzer Schichten 
am Egerufer zwischen Laun und Koschtitz gefunden und mir von 
einem Privatsammler auf einige Tage geboi-gt. 

Ausser dem Gypsabgusse dieses Exemplares besitzen wir 
noch ein schlecht erhaltenes Exemplar aus alter Zeit, das ursprüng- 
lich als Pt. Schlottheimi bestimmt war, und angeblich aus Benätek 
herrühren soll. Beide stimmen mit der als Pt. paucilineatus von 
Egerton beschriebenen Varietät aus der englischen Kreide. 

Die von Reuss beschriebenen und abgebildeten Exemplare 
stammen hauptsächlich aus den Teplitzer Schichten von Hundorf, 
Koschtitz und Laun. 

Auch führt er sie aus den Mallnitzer Schichten und zwar aus dem Grünsande von Laun und 
aus den Conglomeratschichten von Boren an. 




Fig. 36. Ptychodus latissimus, Ag. 



A-crodixs afiinis, Eeuss. 



(Eeuss I, p. 1. T. 2, F. 3, 4.) 
Holzschnitt Fig. 37. 



Wurde nur zweimal in den Teplitzer Schichten in Koschtitz 
gefunden. 




Fig. 37. Acrodus affinis, Reuss. 



16 




Hg. 38. Acrodus triangularis, Gein. 



A.crod.us triang-ularis, Gein. 

(Ptychodus triangularis, Reuss I, p. 2. T. 2, F. 14. 16.) 

Holzschnitt Fig. 38. 

Reuss fand diese Zähne äussert selten in den Conglo- 
meratschicliten vom Boren und in den Teplitzer Schichten von 
Koschtitz. 

Betrachtet man das Gebiss eines recenten Ostration, so 
-wird man überzeugt, dass diese dreieckigen Acrodus-Zähne wohl 
aus dem vorderen Theile der Kiefer eines Ptychodus sein können. 




Fig. 39. Acrodus polydictios, Reuss. 

Von Zbyslav bei Cäslau. 

2mal vergröasert. 



.A-crodLus polydictios, Reuss. 

(Beuss n, p. 97. T. XXI, F. 1-8.) 

Holzschnitt Fig. 30. 

Diese Zähne sind eine typische Erscheinung der ceno- 
manen Korytzaner Schichten. 

Reuss führt sie schon aus denselben von Weisskirchlitz 
an ; ich fand etwa ein Dutzend von Exemplaren in Zbyslav und 
Kamaik bei Cäslau. 

Geinitz fand diese Art in Sachsen ebenfalls nur in den 
cenomanen Schichten von Plauen und am Gaminghügel. 



Unterordnung Holocephali. 

Cliiraaera ftircata. Fr. 

Holzschnitt Fig. 40. 

Aus dem Pläner der Weissenberger Schichten erhielt ich vor einigen Jahren durch Herrn 
P. Kara eine räthselhafte Versteinerung, die ich mir gar nicht zu deuten wusste. Die soeben vor- 
genommene mikroskopische Untersuchung brachte mich zu der Überzeugung, dass es ein Zahngebilde 
der interessanten Gattung Chimaera ist 

Das Petrefact ist eine 25 mm. breite und 22 mm. lange, massig convexe Platte, die nach 
vorne in zwei divergirende, etwas nach oben gebogene, an der Spitze von den Seiten zusammen- 
gedrückte Hörner ausläuft, welche 12 mm. lang, an der Basis 8 mm. breit sind. Die Oberfläche ist 
mit einer gelbbraunen, dünnen Schichte überzogen, welche mit feinen Grübchen besät ist, und dunkle 
unregelmässige netzförmige Zeichnung wahrnehmen lässt. 

Die Dicke der Platte beträgt 3 mm. und man sieht an der Bruchfläche eine bernsteinbraune, 
aus senkrechten Röhrchen zusammengesetzte Substanz, deren Längs- und Querschnitt in beifolgender 
Abbildung dargestellt ist. 



17 

Die äussere Gestalt dieses Zahnes lässt sich mit der Gaumenplatte vergleichen, welche Owen 
in der Odontographie Taf. 28 Fig. 1 von Callorhynchus abbildet, wo aber die hornartigen Fortsätze 
ungleich gross sind. 

Der mikroskopische Querschnitt stimmt mit dem daselbst Taf. 29 Fig. 1 gegebenen, der Läng- 
schnitt zeigt aber an unseren Präparaten eine deutlichere, aus Röhren mit selbständigen Wandungen 
zusammengesetzte Struktur. Yergleichung der Exemplare von Chimaera aus dem sächsischen Pläner 





Fig. 40. Chimaera furcata, Fr. 

Aus dem Pläner der Weissenberger Schichten von Mecholup bei Saaz. 

a Gaumenplatte in nat. Grösse, h Querschnitt, c Längsschnitt. 

30mal vergrössert. 



im Museum zu Dresden, sowie des Kopfskeletes einer recenten Chimaera, welche ich soeben im 
britischen Museum zu sehen Gelegenheit hatte, bestätigte die Richtigkeit der oben ausgesprochenen 
Ansicht, dass dieses Petrefact wirklich der Gattung Chimaera angehört. 

Das Auftreten von Chimaera in der Kreideformation ist eben nicht neu, denn zwei Arten 
wurden aus der englischen Kreide bekannt gemacht : Ch. Agassizi Bukland und Ch. Mantelli Bukl. 
und wurden beide von Geinitz auch in der sächsischen Kreideformation und zwar im Plänerkalk von 
Strehlen gefunden. 



Ausser den Zähnen der zahlreichen Arten von Haifischen finden wir, besonders in den 
Wehlowitzer Plänern, auch die Wirbel und Coprolithen verschiedener Arten. Zu welcher Art die- 
selben gehören, lässt sich nur annäherungsweise angeben. 

Die vorliegenden Wirbel gehören drei Categorien an. 

1. Die grössten (Holzschnitt Fig. 41.) zeigen einen Durchmesser von 65 mm., haben an den 
Rändern eine Dicke von 18 mm. und die Wände fallen gegen das Centrum so konisch gegen einander 
ein, dass sie sich daselbst berühren. Das Fachwerk, welches den Körper des Wirbels füllt, ist sehr 
dicht, und man zählt an der Peripherie per 1" etwa 30 Strahlen, so dass in dem grösseren Zwischen- 
räume zwischen zwei Keilen au 70 Strahlen entspringen. 

Berücksichtigt man das Verhältniss der Grösse und der Häufigkeit der in denselben Schichten 
vorkommenden Zähne, so wird es fast zur Gewissheit, dass diese Wirbel der Oxyrhina Mantelli an- 
gehören. Dieser Haifisch, verglichen mit jetzt lebenden, hat darnach eine Länge von etwa 6 Metern 
und ein Gewicht von circa 20 Centneru gehabt. 

3 



18 

2. Bie mittelgrossen Wirbel (Holzschnitt Fig. 42) habeu einen Durclimesser von 40 mm., dabei 
aber an der Peripherie 15 mm. Dicke, so dass sie im Vergleich mit den früheren viel stämmiger 
erscheinen. Das Fachwerk ist viel dicker und spcärlicher, so dass an der Peripherie per Zoll bloss 
20 Strahlen zu zählen sind. Diese Wirbel dürften dem Otodus appendieulatus angehören. 




Fig. 42. Wirbel von Otodus appendieulatus, Ag. 

Aus dem Wehlowitzer Pläner am Weissen 

Berge bei Prag. 



a ^ 





Fig. 41. Wirbel von Oxyrhina Mantelli, Ag. ? 

Alis dem Wehl. Pläner des Weissen Berges bei Prag. Nat. Grösse. 

a Fläclienansicbt der einen Hälfte, b Construirter Querschnitt durch 

die Mitte des Wirbels. 



3. Die dritte Categorie bilden zahlreiche kleine Wirbel von 5—7 mm. Durchmesser, welche 
häufig in den kalkigen Mergeln der cenomanen Schichten bei Sbyslav und Kamaik vorkommen und 

von denen gewiss die meisten zu Lanina raphiodon gehören. Aehnliche 
Wirbel kommen auch in den Teplitzer Schichten vor. 

Die Bestimmung dieser Wirbel ist nur nach einer genauen 
mikroskopischen Untersuchung möglich, wie sie Prof. C. Hasse im 2. Jahr- 
gang des morphologischen Jahrbuches bei einigen Squatinawirbeln durch- 
geführt hat, und muss auf spätere Zeiten verschoben werden. 

Von Coprolithen unterscheiden wir zwei Formen. Die erste ist 
mehr gestreckt (Holzschnitt Fig. 43) und wird wahrscheinlich zu Otodus 
appendieulatus gehören. Ich habe schon p. 8 dieser Abhandlung deren 
Erwähnung gethan. 

Prof. Reuss bildet, Taf. V, Fig. 1 — 5, eine Reihe von ähnlichen 
Coprolithen aus den Priesener Schichten von Postelberg und Priesen, 
sowie aus den Teplitzer Schichten von Koschtitz ab, und zieht dieselben 
zu Macropoma Mantelli Ag. Ich glaube, dass dies sehr unwahrscheinlich 
ist, da einerseits in den genannten Schichten keine einzige Schuppe 
dieser "Art vorkam, andererseits bei den zahlreichen Exemplaren von 




Fig. 43. Coprolith von Otodus 
appendieulatus? mit einem Theile 
des Darmes. Aus dem Wehl. 
Pläner von Schlau. Nat. Grösse. 



19 



Macropoma speciosum im Wehlowitzer Pläner keine derartigen Copro- 
lithen beobachtet wurden. 

Dagegen sind Haifischzähne in Priesen und Koschtitz eine häu- 
fige Erscheinung, und ich glaube, dass die länglichen Coprolithen aus 
diesen Schichten, höchst wahrscheinlich zu Otodus appendiculatus oder 
zu Lamna raphiodon gehören. 

Die zweite Form ist eiförmig, nur etwas über 30 mm. lang und 
zeigt immer an der Basis einen stumpfen Kegel. An den Wandungen 
der Hohlräume nimmt mau etwa 9 Querfalten und zahlreiche Längs- 
falten wahr. Diese Coprolithen sind häufig im Wehlowitzer Pläner am 
Weissen Berge bei Prag. 




Fig. 44. Coprolith aus dem Pläner 

des Weissen Berges bei Prag. 

Nat. Grösse. 



Lepiclenteron long-issimum. Fr. 

Holzschnitt Fig. 45. 

Ich hielt es für zweckmässig den vorstehenden Namen einem räthselhaften Gebilde zu geben, 
welches öfters in den verschiedenen Ablagerungen unserer Kreideformation vorkömmt, um es in vor- 
kommenden Fällen citiren zu können. Es sind das darmförmige Gebilde, welche bei einer Breite von 
20—30 mm. oft eine Länge von 25 — 30 cm. erreichen. Die Form ist walzenförmig, gewöhnlich stark 
flachgedrückt, oft aber auch von ganz rundem Durchmesser. Die Oberfläche ist ganz mit Schuppen 
und Gräten von Cyclolepis Agassizi und Osmeroides Lewesiensis bedeckt. Obzwar der Gedanke nahe 
liegt, dass dies ein Darmtheil eines Raubfisches sei, so glaube ich, dass auch die Möglichkeit nicht 
ausgeschlossen ist, dass es eine Wurmröhre sein könnte, auf der, ähnlich wie bei Terebella die 
Schalenfragmente und Sandkörner, hier die Gräten und Schuppen auf der Oberfiäche angeklebt wären. 




Fig. 45. Lepidenteron longissimum. 

Aus dem WeMoTvitzcr Pläner am Weissen Berge bei Prag. Nat. Grösse. 



Für diese Auffassung spräche auch der Umstand, dass die Schuppen und Gräten bei den 
Raubtischen regelmässig verdaut werden, und dass die walzigen Gebilde des Lepidenteron die Schuppen 
nur an der Oberfläche zeigen. 

Dieses Petrefact kommt nicht nur in allen Lagen der Weissenberger und Malnitzer Schichten, 
sondern auch in den jüngeren plänrigen Gebilden, in den Teplitzer und Priesener Schichten vor. 

Das genaue Studium der an der Oberfläche dieser Gebilde haftenden Schuppen dürfte noch 
manche neue Art von Fischen für die Kreideformation liefern. 



20 



Ordnung Ganoidei. Die Schmelzschupper. 

(Glanzschupper, Eckschupper.) 
Unterordnung Lepidoganoidei. 

Dercetis ISeussii, Fr. 

Taf. n, Fig. 8, Taf. 4, Fig. 1, Taf. 10, Fig. 1, 6. 
(Reuss II. T. 42, F. 4 als unbestimmter Fischkopf abgebildet.) 

Holzschnitt Fig. 46. 

Zu der von Münster und Agassiz aufgestellten Gattung Dercetis gehört der von Keuss auf 
Tafel 42 abgebildete, aber nicht näher benannte Kopf aus dem Plänersandstein von Tfiblic (Weissen- 
berger Schichten). Aus demselben Niveau erhielt unser Museum in den letzten Jahren noch mehrere 
Eeste vom Weissen Berge bei Prag, welche zeigen, dass die böhmische Art die aus der englischen 
Kreide beschriebene Dercetis elongata an Grösse bedeutend übertrifft. 

Das erste Exemplar ist ein Kopf von 52 mm. Länge, der mit elf schmalen langen Wirbeln in 
Verbindung steht. Es ist das Positiv und Negativ des von oben herab zerquetschten Kopfes vor- 
handen und das Museum erhielt ihn von meinem Bruder V. Eric zum Geschenk. 

An dem Taf. 2, Fig. 8 abgebildeten Positiv sieht man längs der Mitte den Basalknochen des 
Schädels, zur linken Seite desselben bemerkt man in der vorderen Hälfte den Gauraenknochen mit 
5 alternirenden Keihen rhombischer Ansatzflächen für die Zähne. Weiter nach Aussen liegt der Ober- 
kiefer mit schief stehenden Eeihen der Ansatzpunkte und dann der ähnlich bezahnte Unterkiefer und 
der Zwischenkiefer mit bloss einer Reihe von Ansatzflächen für Zähne. (Die nach hinten gebogenen 
Zähnchen selbst findet man an den später zu beschreibenden Exemplaren, die von der Seite zu 
sehen sind.) 

Hinter dem Kopfe sieht man zur linken Seite den schmalen, nach oben gebogenen Kiemen- 
deckel und zur rechten Seite ein Rudiment der Brustflosse. Die Wirbel sind 3 mm. lang und 
5 mm. hoch, an ihrer unteren Seite liegt der sehr schmale Doppelkegel, der Ersatz der ehemaligen 
Chorda dorsalis. 

Das Negativ zeigt uns die äussere Fläche der Scheitelbeine, an denen von den Ossifications- 
punkten radiale punktirte Streifung ausgeht, die besonders am oberen Augenhöhlenrand dicht ist. 
In der grossen Augenhöhle sieht man einen aus etwa 10—12 Plättchen bestehenden Augenring. 
Taf. 10, Fig. 6. 

Das zweite Exemplar von demselben Fundorte zeigt den Schädel von der Seite, wobei man 
bemerkt, dass der Unterkiefer um etwa 3 mm. kürzer war, als der Oberkiefer. In den Kiefern stehen 
an 2 mm. lange spitzige Zahn eben. 

Das dritte Exemplar sind bloss lose Fragmente eines grossen Schädels, der an 8 cm. Länge 
gehabt hat ; die rechts liegenden Kiefern zeigen eine dichte, fast bürstenförmige Bezahnung mit spiz- 
zigen, etwas nach hinten gekrümmten Zähneu. Taf. 4, Fig. 1. 



21 



Das Scheitelbein trägt sehr zierlich granulirte Sculptiiren. Links davon liegen 6 Wirbel, 
welche die eigentlichen Dimensionen zeigen. Die Länge beträgt 8 mm., die Höhe sammt den Fort- 
sätzen 8 mm. und in der Mitte liegen -die schlanken Ausfüllungen der Chorda. 

Das wichtigste an diesem Exemplare sind aber die am linken Rande liegenden Stücke des 
Hautskelettes, womit diese Gattung auf Art der Störe in mehreren Reihen bedeckt waren. Dieselben 
haben eine dreieckige Pfeilform und sind fein mit Punctreihen 
verziert. Sie weichen von den bei Agassiz abgebildeten bedeutend 
in Form und Sculptur ab und sind der sicherste Beweis, dass wir 
es hier mit einer neuen Art zu thun haben. (Holzschnitt Fig. 46.) 

Dercetis scuttatus Münster aus Westphalen findet sich 
bei Römer und Agassiz bloss citirt, weshalb ich ihn nicht ver- 
gleichen konnte. 

Ein viertes Fragment aus dem Wehlowitzer Pläner von Hoifan 
stellt eine Reihe von 22 Wirbeln aus der Mitte eines Fisches, 
welcher wenigstens eine Länge von 50 cm. haben musste, dar. 

Die Länge der einzelnen Wirbel beträgt 6 mm, während die Breite sammt den Fortsätzen 
13 mm. beträgt. 

Unter der Mitte der Wirbelreihe liegt die Rückenflosse, von der sich der Stützknochen und 
4 starke, getheilte Strahlen erhalten haben. An den Seiten der Wirbel liegen zerstreut dünne runde 
Rippen von 20 mm. Länge. 

Von den granulirten dreieckigen dachförmigen Hautknochen liegen mehrere in der Nähe der 
Wirbelsäule. (Taf. 10, Fig. 1.) 




Fig. 46. Hautknochen von Dercetis. 
Vergrössert. 



IE*ycnoclu.s complanatus, Ag. 

Taf. n, Fig. 5. 

(Agass. Yol. II, p. 197, T. 72 a, F. 40 - 48. — P. Münsteri Ag. T. 72 a, F. 2G— 39. 
T. 4, F. 27—36. — Geinitz Elbth. I, p. 301, T. 65, F. 15-21.) 

Holzschnitt Fig. 47. 



— Reuss I, p. 9, 



Bisher waren von dieser Art nur einzelne Zähne oder Kieferfragmente mit einigen Zähnen 
bekannt. Reuss führt einzelne Zähne aus den Conglomeratschichten am Boren, und aus den Teplitzer 
Schichten von Koschtitz an. Es gelang mir im Ritschelschen Stein- 
bruche bei Gross-Cernosek, der im Wehlowitzer Fischpläner geöff- 
net ist, ein ziemlich gut erhaltenes unteres Kieferpaar aufzufinden, 
welches die bereits von Geinitz vermuthete Zusammengehörigkeit 
mehrerer Arten nachweist. 

Jeder Kiefer zeigt nach innen eine Reihe von 5 breiten, 

niedrigen Zähnen, welche der Breite nach gegen vorne hin etwas 

abnehmen, und mit dem bei Agassiz auf Taf. 72 a, Fig. 31 als 

P. Münsteri abgebildeten Exemplar übereinstimmen. Die zweite 

. . 1 1 ry 1 Fig. 47. Rechter Unterliiefer von 

nach aussen liegende Reihe zeigt 4 etwas schmalere Zähne, an pycnodus complanatus A". 

denen die abgekauten Stellen am Inuenrande deutlich wahrnehm- Aus dem Fischpläner von Gr.-Cernosek. 




99 



bar sind, und welche wieder mit P. complanatus Ag. Fig. 45 übereinstimmen. Die dritte Reihe 
besteht aus 4 dreieckigen Zähnen, von denen zwei bei dem ersten und zweiten Zahne der ersten 
Reihe, zwei bei dem dritten und vierten der zweiten Reihe stehen. 



P.ycnodus scrobiculatus, Reuss. 

Tai II, Fig. G, 7. 

(P. scrobiculatus Reuss I, p. 10, T. 4, F. 15 — 25 — P. rostratus Reuss daselbst F. 37. — P. semilunaris 
Reuss daselbst F. 43—45. — Geinitz Elbthalgeb. I, p. 301, T. 65, F. 22—32.) 

Reuss führt diese Art, welche durch unregelmässige Grübchen auf der Oberfläche erkennbar 
ist, bereits aus den Korytzaner Schichten, nämlich den Conglomeratschichten des Boren, an. 

Ich fand sie in denselben Schichten bei Velim, Korytzan und Kamaik, dann in den Weissen- 
berger Schichten in Mecholup, in dem Malnitzer Grünsandstein und den Launer Kalkknollen bei Laun. 

Aus den Iserschichten besitzt das Museum das auf Taf. II, Fig. 7 abgebildete Exemplar, das 
12 mm. breit und von schwarzer Farbe ist. In den Teplitzer Schichten kömmt diese Art nach Reuss 
bei Koschtitz vor. 

Pycnodus cretaceus, Arj. 
Taf IL, Fig. 1—4. 

(Pycnodus rhomboidalis Reuss. I, p. 10, T. 4, F. 46 — 54. — Pycnodus subdeltoideus Reuss. I, p. 10, T. 4, 
F. 38—42. — Geinilz Elbth. I, p. 300, T. 65, Fig. 12—14, II, p. 217, T. 40, F. 30—32.) 

Holzschnitt Fig. 48, 49. 

Diese Art kömmt bereits in den Korytzaner Schichten vor, ist aber daselbst noch sehr selten. 
Reuss führt sie bereits aus den Conglomeratschichten vom Boiren an und ich erhielt einen Zahn 
von Kamaik. 

Das Hauptlager befindet sich aber in den Wehlowitzer Fischplänern der Weissenberger Schichten, 
wo mehrere Kiefern, sowie auch ein halbes Skelett gefunden wurde. Zuerst erhielt ich zwei Zahn- 
reihen aus Mecholup durch Herrn P. Kara. (Taf. II, Fig. 4.) Es sind 4 Zähne der Hauptreihe des 
linken Unterkiefers mit erhaltenem Schmelz, welcher eine gelbbraune Farbe hat. Der hinterste hat 
10 mm., der vorderste 6'5 mm. Länge, nach Innen stehen dann noch zwei kleine runde Zähnchen. 
In der Art der Verengung sowie in ihrer ganzen Form nähern sich diese Zähne sehr dem P. sub- 
clavatus Ag. aus Mastricht, doch wird diese Art schwerlich von P. cretaceus getrennt werden können. 

Viel besser belehrt uns über die Stellung der Zähne ein ganzer linker Unterkiefer aus dem 
Pläner vom Weissen Berge bei Prag. Derselbe zeigt 5 Reihen von Zähnen, welche mit den Kronen 
im Gestein sitzen, so dass nur ihre Unterseite zu sehen ist. 

Die innerste erste Reihe (Taf. 2, Fig. 3, Nro. 1) hat 3 ovale Zähnchen am vorderen Ende 
des Kiefers, die von vorne nach hinten an Grösse zunehmen; der letzte ist fast 2 mm. breit. 

Die zweite Reihe (2) bilden die Hauptzähne, deren es 6 giebt. Der dritte von hinten ist 
der längste (8 mm.), alle sind am Aussenrande abgestutzt und laufen nach innen und vorne spitz zu. 



Die dritte Reihe (3) eutliält 14 ovale, der Quere nach gestellte 2 mm. lange Zähnchen, von 
denen die vordersten nicht ganz regelmässig in der Reihe stehen. 

Die vierte Reihe (4) bilden 14 dreieckige Zähne von 2 mm. Breite. 

Die fünfte Reihe (5) ist bloss durch 3 runde 1 mm. breite vorne stehende Zähnchen angedeutet. 

Somit hat dieser Kiefer im Ganzen 41 Zähne enthalten, doch dürften noch einige der vor- 
dersten fehlen. 

Die vordere Hälfte des Skelettes, deren Abbildung ich auf Taf. II gebe, wurde von dem 
Petrefactensammler des Durchforschungs-Comites, Jos. Staska, in dem Steinbruche „na Häjich" bei 
Schlan unter dem zum Baue hergerichteten Gesteine gefunden. 

Es ist daran ein Theil des Knochengerüstes des Schädels, sowie die die Chorda umfassenden 
Wirbelbögen mit ihren Fortsätzen und Rippen erhalten. Von dem äusseren Hautskelett, das bei den 
von Heckel abgebildeten Picnodonten so schön erhalten war, haben sich nur spärliche Reste erhalten. 
Die äussere Form des Kopfes erinnert sehr an Balistes oder noch mehr an Cheetodon. Die Schnauze 
ist nach vorne und unten gerichtet. Die Stirne steigt steil, etwas nach innen gebogen, auf, so dass 
sie mit der Mundspalte einen Winkel von 20 Grad bildet. Von der Schnauzenspitze zur Höhe des 
Kopfes misst man 13 cm. Die sehr schmalen Zwischenkiefer sind an dem unteren Ende, wo die 
Schneidezähne sitzen sollten, abgebrochen. In der gewaltsam ge- 
öffneten Mundspalte zeigten sich zuerst die mit ihren Kronen im 
Gestein festsitzenden Zähne der beiden Unterkiefer in derselben 
Anordnung wie bei T. 2, F. 3. (Siehe Fig. 3.) 

Nach sorgsamer Präparation gelang es nach Wegspren- 
gung der in Brauneisenstein verwandelten Unterkieferreste auch 
die Bezahnung des Gaumens blosszulegen, und die auf dem Holz- 
schnitt Fig. 48. dargestellten 5 Zahnreihen sicherzustellen. 

Die mittlere Reihe der Gaumenzähne besteht aus 12 Zähnen, 
von denen die 6 vorderen oval, bloss l'/a mm. lang sind, die ^'S- ^s. Bezahnung des Oberkiefers 
übrigen 6 sind unregelmässig rundlich viereckig, sehr niedrig, ^^^ deTTarrFig^Tabgebildeten 
glatt, und der breiteste von ihnen 3 mm. im Durchmesser. Exemplare. Nat. Grösse. 

Zu jeder Seite der Mittelreihe geht eine Reihe von 12 
Zähnen, welche vorne etwa die Grösse der mittleren haben, und allmälig nach hinten an Grösse zu- 
nehmen, so dass der letzte 2 mm. Breite hat. 

Manche von ihnen sind nach vorne dreieckig zugespitzt, andere unregelmässig rundlich, und 
alle stehend alternirend zu denen der Mittelreihe. 

Die äusserste Reihe ist nur schwach erhalten und bestand aus je 6 — 8 rundlichen, 1 mm. 
breiten Zähnchen, welche alternirend zu denen der zweiten Reihe standen. Die Breite des bezahnten 
Gaumens hat am hinteren Ende bloss 15 mm. betragen. 

Von den Schädelknochen sind die Stirn (/) und Scheitelbeine {p) nur rudimentär erhalten. 

Hinter der Mundspalte sieht man den Abdruck des Quadratbeines (3). Das kräftige Prseoper- 
culum stimmt in Bezug auf die starke Entwickelung mit dem von Balistes überein. 

In der Wirbelsäule ist der Raum (cä), den die Chorda dorsalis einst einnahm, von einer 
mürben, pläurigen Masse ausgefüllt, während das übrige Gestein eine feste, graue, quarzige Be- 
schaffenheit zeigt. 

Die Dornfortsätze {sp) haben an ihren unteren Enden knollige Anschwellungen (a), welche 
früher für rudimentäre Wirbelkörper gehalten wurden. Die Dornfortsätze selbst sind rund und haben 




24 



an ihrer vorderen Fläche eine dünne 5 mm. breite Lamelle, die, von der halben Höhe angefangen, 
nach oben immer schmäler wird, in der unteren Hälfte aber den ganzen Kaum zwischen den einzelnen 
Dornfortsätzen ausfüllt. 

Zwischen die Spitzen der Dornfortsätze schieben sich Strahlenträger der Rückenflosse ein {d). 
Die Eippen (»•) sind sehr breit, von der Wurzel bis zur Hälfte ihrer Länge besitzen sie die 
Breite von 7 mm., worauf sie sich erst verdünnen. 

Zwischen ihren unteren Spitzen liegen einige Eudimente 
des Hautskelettes {d). Es sind ruderförmige, mit einer vorsprin- 
genden Leiste versehene, auf ihrer äusseren Seite grob grannulirte 
Knochenstücke von etwa 3 cm. Länge. 

Dem Schwanztheile der Wirbelsäule der Gattung Pycnodus, 
mag eine Reihe von 13 sich an die Chorda anlehnenden unteren 
Dornfortsätzen angehören, welche im Pläner des Weissen Berges 
bei Prag gefunden wurde. Taf. H, Fig. 10. Holzschnitt Fig. 49. 
Die Chorda ist hier als walzenförmiger Körper erhalten, 
an welchem die Wirbelabschnitte durch ringförmige Eindrücke an- 
gedeutet sind. 

An diesen sieht man zwei von der Seite einmündende 
Gefässe und an der unteren Hälfte den Abdruck einer ausstrah- 
lenden Ossification. 

Fig. 49. Zwei WirbelabschEitte eines ^^ ^jg^. p^^^he der breiten Dornfortsätze sieht man eine 

Aus dem^WeMmv. mne™TerWeissen zickzackförmig, viermal hin und her gebogene Linie. Dasselbe 
Berges bei Prag. gewahrt man an den 3 oberen Dornfortsätzen. 




DPhylloclus cretaceus, Reuss. 

(Reuss I, p. 11, T. 4, F. 62, 63, T. XII, F. 16.) 

Holzschnitt Fig. 50. 

Diese von Reuss in den Conglomeratschichten am Fusse des Boifen entdeckten Zähne fand 
ich, aber ebenfalls verwittert, in den Korytzaner Schichten von Kamaik bei Cäslau. 



• 



Fig. 50. Phyllodus cretaceus, Reuss. 
Von Kamaik bei Cäslau. 



Fig. 61. Gyrodus mammillaris, Ag. 
n. R 



Fig 



Gyrodus quadratus, Reuss. 
n. R. 



Sph-aeroclus taeimis, Reuss. 

Reuss (Geognost. Skizzen H, p. 220, 257) giebt nachfolgende Beschreibung: „Fast kreisrund, 
über 2'" im Durchmesser haltend, von vorne nach hinten etwas schmäler, halbkugelförmig, gleich- 
massig stark gewölbt (über 1'" hoch), die Emailschichte sehr dünn. Sehr selten im unteren Pläner- 
kalke (Teplitzer Schichten) von Koschtitz." Eine Abbildung dieser Art gab er nicht. 



25 

Gryr"od.u.s mammillaris, Ag. 

(Reuss I, p. 9, T. VII, F. 28.) 
Holzschnitt Fig. 51. 

Wurde von Reuss in den Korytzaner Schichten des Boren und den Teplitzer Scliichten bei 
Koschtitz sehr selten gefunden. 

G-yrodiis qxxaclratus, Reuss. 

, (Reuss I, p. 9, T. IV, F. 56-61.) 
Holzschnitt Fig. 52. 

Aus den Conglomeratschichten am Fusse des Boren. 

GJ-yrod-tis angiistixs, Äg. 

(Reuss I, p. 9, T. IV, F. 55.) 
Holzschnitt Fiff. 53. 



Dieser durch eine Furche längs der Mitte aus- 
gezeichnete Zahn wurde nur äusserst selten von Reuss 
in den Teplitzer Schichten bei Koschtitz gefunden. Es 
gelang mir diese Art in den viel älteren cenomanen 
Korytzaner Schichten am Kamaik bei Caslau aufzufin- 
den. Es liegen zwei glänzend schwarze, länglich rhom- 
bische Zähne vor, welche den von Agassiz Taf. 66 a, 
Fig. 15 abgebildeten ähneln, aber bei einer Länge von 
6 mm. eine mehr birnförmige Gestalt haben (Fig. 53 a). 
Zugleich mit denselben und eben so glänzend schwarz 
wurde ein grösserer Zahn gefunden, welcher gewiss 
demselben Fische angehört hat. Derselbe ist 9 mm. 
lang, 4 mm. breit, 2 mm. hoch, etwas schief rhombisch 
mit abgerundeten Ecken, seine Oberfläche hat eine cen- 
trale Längsfurche, von der aber nach beiden Seiten hin 
netzförmig verzweigte Furchen sich hinziehen (Fig 53 h). 




/<" 



Fig. 53. Gyrodus angustus, Ag. Aus den Korytzaner 

Schichten von Kamaik. a Kleineres Exemplar mit 

einfacher Längsfurche. 6 Grösseres Exemplar mit 

verzweigten Mittelfurchen. 



Gi-yrocluLS Äüilnsteri, Ag. 

(Reuss I, p. 9, T. IV, F. 57—60.) 
Holzschnitt Fig. 54. 

Selten in den Conglomeratschichten am Fusse des Boren. 



Fig. 54. Gyrodus Münster!, Ag. n. R. 
a Von oben, h Von der Seite. 



2G 



Semionotus *? n. sp. 

Taf. 10, Fig. 7, 8, 9. 
(Agassiz. Vol. 2, T. 26 etc.) 

Nur sehr provisorisch führe ich unter obigem Namen einige Fischreste an, welche im Wehlo- 
witzer Planer im Steinbruche na Skrobärne bei Neu-Straschitz von meinem Schüler, Herrn L. Lukas, 
aufgefunden wurden. 

In einem festen grauen Plänerstück wurden 3 ohne Zweifel zusammengehörende Stücke gefunden. 

Das erste (Fig. 7) zeigt mehrere dünne, viereckige Schuppen, welche an einem der langen 
Eänder immer umgebogen sind. Sie zeigen eine sehr feine, den Rändern folgende concentrische 
Streifung. Ferner liegt neben den Schuppen ein Fragment des Schädels, welches wahrscheinlich dem 
Basalknochen angehört. 

Das zweite Stück stellt den Unterkiefer (Fig. 8) dar, welcher vorne ganz spitz zuläuft, und 
am oberen Eande vier kegelförmige, mit den Spitzen nach hinten gekrümmte Zähne trägt. Die Ober- 
fläche des Kiefers ist durch Furchen geziert, welche theils dem Oberrande paralell laufen, theils 
vom hinteren unteren Winkel ausstrahlen. 

Das dritte Stück ist ein Operculum (Fig. 9), welches einen nach vorne hin geraden, glatten 
Saum hat, von dessen Mitte aus, nach dem abgerundeten Umfange hin, strahlenförmig angeordnete 
punctirte Furchen sich hinziehen, welche an mehreren Stellen durch Einschiebung dichotomiren. 

Die beiden letzterwähnten Reste sind von ähnlichen Schuppen begleitet, wie die auf Fig. 7 
dargestellten. 



Unterordnung Crossopterygidae. 

Fam. Coelacanthinl. 

]VEacropoixia speciosum, Beuss. 

(Neue Fischreste aus dem böhm. Planer. Denkschrift der k. Akademie der Wissenschaften in Wien, 

XIII. Band, Taf. 1,. 2.) 

Taf. 3. 

Dieser prachtvolle und für die Systematik der Fische höchst wichtige Fisch wurde von Reuss 
nach einem Prachtexemplar beschrieben, welches zur Zeit des Baues der Prag-Dresdner Bahn in den 
Steinbrüchen bei Wehlowitz unweit Melnik gefunden, und von Herrn Lana unserem Museum geschenkt 
wurde. Seit der Zeit hatte ich Gelegenheit mich zu überzeugen, dass der Verbreitungsbezirk dieser 
Art ein ziemlich grosser ist, denn sie kömmt auf dem ganzen Plateau zwischen Wegstädtl, Kocho- 
witz, Gastorf, Webrutz und Wettl vor. 

Ausserdem fand ich Reste dieses Fisches bei Bechlin, südlich von Raudnitz, und ein schönes 
Exemplar wurde auch bei Lipkowitz, oberhalb Zittow, auf der Anhöhe „na §ibenym" gefunden, und 
befindet sich im Schlosse des Fürsten von Lobkowitz in Ünter-Beirkowitz. 



27 

Endlicli kam auch eine hintere Hälfte im Wehlowitzer Pläner am Weissen Berge bei Prag 
und Bruchstücke des Kopfes bei Brandeis an der Adler vor. 

Das neue Material munterte mich auf, eine Restauration des Fisches vorzunehmen, bei welcher 
die inneren Skelettverhältnisse dargestellt werden möchten. 

Bei der Eeussischen Abbildung, die mehr von malerischem Standpunkte durch J. Sachs an- 
gefertigt wurde, verdecken die Schuppen die Skelettheile, weshalb ich dieselben lieber ganz weg- 
gelassen habe. 

Der Untersuchung lagen 10 Exemplare vor, welche ich mit grossen Anfangsbuchstaben A bis J 
bezeichnet habe, um bei jedem Detail das Stück citiren zu können, an welchem die Belege zu meiner 
Schilderung zu finden sind. Ich will der eigentlichen Beschreibung einige Anmerkungen über die 
einzelnen Exemplare vorausschicken. 

Ä. Originalexemplar (50 cm.) zu Reuss Abbildung. Zeigt die Gesaramtform des Fisches, die 
Kopfknochen, den Oberkiefer mit dem Fangzahn und die Seitenlinie. 

B. Ganzes Exemplar (46 cm.) von Gastorf, das als Grundlage der restaurirten Figur benützt 
wurde. Es zeigt die Kopfknochen, die oberen Wirbelbogen, die gegliederte Chorda, die Schwimm- 
blase, die Afterflosse (ausgezeichnet), sowie den Stützknochen der zweiten Rückenflosse. 

0. Ganzes Exemplar (45 cm.), Geschenk des Herrn Bezirksvorstehers Havelka. Zeigt die 
Kopfknochen, Spuren der Brustflosse, das Hinterende der Schwimmblase und den darunter liegenden 
Coprolith. 

D, E. Gegenstücke eines 53 cm. langen Exemplars aus den Kochowitzer Steinbrüchen bei 
Gastorf. Zeigt Zähne im Oberkiefer, das hintere Ende der Schwimmblase mit Eindrücken der Gefäss- 
verzweigungen auf den Querfalten, und die gut erhaltene Schwanzflosse. 

F, Cr. Gegenstücke eines 45 cm. langen Exemplars von Wehlowitz. Zeigt die Kiemenbögen 
im Positiv und die Form der Branchiostegal Platten im Negativ. 

H. Ein gekrümmtes Exemplar ohne Kopf. Zeigt gut erhaltene Schuppen der Seitenlinie, die 
zweite Rückenflosse, sowie die Bauchflosse. 

1. Ganzes Exemplar von Gastorf, 50 cm. Länge. Zeigt die wohlerhaltene Bauchflosse und 
die Stützknochen der zweiten Rückenflosse. 

J. Hintere Hälfte des Fisches vom Weissen Berge bei Prag mit gut erhaltener Schwanz- 
flosse und Seitenlinie. 

Was die äussere Körperform anbelangt, so bestätigen unsere Exemplare die von Reuss aus- 
gesprochene Bemerkung, dass die böhmische Art viel schlanker gebaut war, als die englische. 

Die Flossen kennen wir gegenwärtig besser, sowohl der Stellung, sowie der Form nach. 

Bie Brustflosse (P) ist bloss an den Exemplaren A und C rudimentär erhalten, was dadurch 
erklärlich ist, dass sie an einem fleischigen Stiel (ähnlich wie bei der ihr sehr ähnlichen Amia calva) 
befestigt gewesen sein musste, und daher leicht sich loslöste. An dem Exemplar A sieht man auch 
den breiten, flachen, dem coracoideum entsprechenden Stützknochen. (Taf. 3 cor.) 

Die Bauchflossen (F) beginnen unterhalb des vorderen Endes der Stützknochen der zweiten 
Rückenflosse (/^), sie sind schmal zugespitzt und nur halb so lang als die Afterflosse. Keinesfalls 
waren Brust- und Bauchflossen so gross, wie sie die von Huxley restaurirte Figur der englischen 
Art darstellt. 

Das Becken {Ph) beginnt schon unter dem Anfange der ersten Rückenflosse, jederseits in Form 
von zwei schmalen langen Knochen, von denen der innere {i) nur halb so breit ist als der äussere (e) [-B]. 

4* 



28 

Die Flosse liegt etwas weiter nach hinten und mag auch vermittelst eines fleischigen Stieles mit dem 
Becken verbunden gewesen sein. An Exemplaren normaler Grösse B, I, J sind sie 3 cm. lang und 
zählen jede etwa 12 gegliederte Strahlen. 

Die Afterflosse {A) {A, B, F] besitzt eine schön zugerundete Form, erreicht die Länge von 
6 cm. und zählt 20 gegliederte Strahlen. Obzwar sie keinen Stützknochen hat, so liegen die Strahlen 
doch an der Basis in schön bogenförmiger Linie geordnet, was darauf hindeutet, dass sie an einem 
kräftigen, fleischig-sehnigen Stiel befestigt gewesen waren. 

Die erste Rückenflosse (-D,) [4, B, C, D, F, /] erreicht die Länge von mehr als 7 cm., be- 
steht aus 7 an den Seitenrändern bedornten Strahlen, welche erst im letzten Fünftel eine Gliederung 
zeigen. Die Dornen stehen in Grübchen, an der Basis in einfacher, weiterhin in doppelter oft alter- 
nirender Reihe. Der letzte Strahl ist etwa halb so lang als der erste. 

Der Stützknochen (/) besteht aus einer senkrechten, flachen Lamelle, welche nach vorne und 
unten gabelig gespalten ist. (Huxleys: forked interspinous bone.) 

Die zweite RücJcenflosse (D^) [H] steht oberhalb des Endes der Schwimmblase, ist bloss halb 
so gross als die erste, zählt 7 von der Hälfte an gegliederte Strahlen und hat die Länge von etwa 3 cm. 
Der Stützknochen (/J ist viel kräftiger als der der ersten Rückenflosse und hat zwei lange schlanke 
Aeste, von denen der obere gerade nach vorne, der untere nach vorne und unten hin gegen die 
Wirbelsäule gerichtet ist. Jeder der Aeste hat 3 cm. Länge. 

Die Schwanzflosse (C) [A, D, E, I] legt sich zu beiden Seiten an die bis zu ihrem Spitzen- 
ende sich hinziehenden Chorda dorsalis. Sowohl die obere als die untere Hälfte zählt 19 Strahlen, 
welche in ähnlicher Weise wie die der ersten Rückenflosse bedornt sind. 

Von den Schädelknochen lassen sich die meisten an dem Exemplare B ausfindig machen. 
Das ethmoidale (e) hat eine viereckige Gestalt und läuft an der oberen hinteren Ecke in einen 
schmalen Fortsatz aus. 

Das Nasenhein (n) ist sehr schwach, in Form eines dreieckigen Knochens entwickelt. Das 
Stirnbein {Fr. a. und F.) besteht je aus zwei Theilen, welche durch eine zackige Naht verbunden 
sind. Beide haben eine grob granulirte Oberfläche und bei 48 mm. Länge eine Breite von 8 mm. (C). 

Das Scheitelbein (Occipitoparietale) (P) ist vom Stirnbeine durch eine tiefe, breite Furche 
getrennt, es hat eine viereckige nach hinten etwas breiter werdende Gestalt. An seiner äusseren Seite 
liegt ein dreieckiger Knochen (sp), welcher von ihm durch eine tiefe Furche getrennt ist. Derselbe 
wird von Huxley als squamosum und suprascapulare gedeutet. Nach Vergleichung mit dem weiter 
unten beschriebenem Schädel des Macropoma forte glaube ich, dass dies nur ein Seitenfortsatz des 
Scheitelbeines selbst ist. 

Zu dem prooticum gehörig betrachte ich als oberen Ast einen rauhen Knochen, welcher sich 
senkrecht an die untere vordere Ecke des Scheitelbeines anschliesst (p6), während der absteigende 
Ast {ph^) desselben Knochens sich, vor dem Preoperculum immer schmäler werdend, nach unten wendet. 

An den Hinterrand der beiden Scheitelbeine legt sich das in einen spitzen Kiel auslaufende 
obere Hinterhauptbein Supraoccipitale (s. oc.) [ä\. 

Das Warzenbein (mt) zeigt sich theilweise in der Hinterhauptgegend und der an ihn sich 
anschliessende walzenförmige Körper (ch) dürfte schon der verknöcherten Chordascheide entsprechen. 
Ein dreiästiger Knochen (a;), der zwischen dem Schädel und der scapula liegt, kann als Bogenstück 
eines der ersten Wirbelabschnitte betrachtet werden. 



29 

Der Vomer bestellt aus einem horizontalen spathelförmigen Knochen, der eine senkrechte 
Lamelle trägt (7). Näheres über seine Form werden wir bei der folgenden Art finden. 

Den niittlei'en Theil des Schädels nimmt ein grosser, dreieckiger, flacher, nach hinten abge- 
rundeter Knochen ein, dessen Oberfläche fein granulirt ist (Q). Reuss deutete ihn als Infraorbital- 
knochen, da aber bei den später gefundenen Exemplaren au ihm eine deutliche Gelenkverbindung 
mit dem Unterkiefer sichtbar wurde, so kann derselbe nur eine Verbindung des quadratum, hyoman- 
dibulare und pterigoideum vorstellen, und Huxley bezeichnet ihn deshalb als „pterygosuspensorial hon". 

An die Einlenkungsstelle legt sich das articulare des Unterkiefers (ar), welches einen schmalen 
Ast nach oben hin zwischen das prooticum und prseoperculum einschiebt. 

Von dem Kiemendeckelknochen ist ein schmales Praeoperculum vorhanden (Pr. 0.), dann das 
grosse Operculum (0), das Veranlassung zu dem Namen Macropoma gegeben hat, und ein Postoper- 
culum {PO), welches, oben birnförraig erweitert, nach unten immer enger werdend sich zuspitzt. 

Von den Mundknochen finden wir vorerst den Zwischenkiefer {iw) [5], der sich nach oben 
umbiegt und keulenförmig erweitert. Weder Zähne, noch Ansatzstellen für dieselben, konnte ich an 
unseren Exemplaren entdecken. 

Der Oherkiefer (ms) ist an seinem vorderen Ende zu einem 8 mm. hohen, fächerförmigen 
Knochen erweitert, der sich dann nach hinten in einen 20 mm. langen, engen Fortsatz verschmälert, 
und dem unteren Rande des Quadratum eng anlegt. Auch gegen vorne hin hat der Oberkiefer einen 
schmalen Fortsatz und ist an seinem ganzen unteren Rande mit etwa 28 — 30 1 mm. langen, spitzen, 
nach hinten gebogenen Zähnchen besetzt. 

An der erweiterten Parthie hat der Oberkiefer eine knopfförmige Erhabenheit, welche als 
Stütze für den Zwischenkiefer gedient haben mag, und hinter derselben fand ich am Exemplar A den 
Abdruck eines grösseren Fangzahnes. 

Der Unterkiefer (m) ist vorne schmal, zahnartig nach oben gebogen, erweitert sich aber bald 
bis 15 mm. Höhe. Die Bezahnung habe ich bloss an der dem Oberkiefer entgegengesetzten Parthie 
wahrgenommen (B). Unter dem Unterkiefer liegen zwei grosse 7 cm. lange BranchiohtegalplaUen 
(Br. St.), die bis zum unteren Ende der clavicula reichen, und auch eine granulirte Oberfläche haben. 
Ihre Form sieht man am besten an Abgüssen, welche in deren Negative am Exemplar [G] gemacht sind. 

Der Schultergürtel besteht aus einer T förmigen oberen Scapula (sc), die an vielen Exem- 
plaren deutlich zu sehen ist [^4 B], einer schmalen, gebogenen Infrascapula (i. s. c), sowie einem 
5 — 6 cm. langen, geraden, nach unten sich keulförmig erweiternden Clavicula (cL). Ein Rudiment des 
Radius (r), sowie das schon oben erwähnte Coracoideum, das die Brustflosse stützte, sind vorhanden [D]. 

Der Kiemenaparat zeigt bei der seitlichen Lage des Fisches nur theilweise die 4 Kiemen- 
bögen 1, 2, 3, 4. 

Bei dem Exemplare [F], welches etwas schief am Rücken liegt, sieht man die sämmtlichen 
Kiemenbögen vollständig entblösst. 

Die Wirheisäule war nicht verknöchert, doch müssen die Wirbelabschnitte an der knorpligen 
Chorda dorsalis durch derbe, fibröse Septa angedeutet gewesen sein, denn dieselben haben im Gestein 
Spuren hinterlassen. Der Stelle der Wirbelsäule entsprechend sieht man, obzwar schwach und stellen- 
weise undeutlich, ein flaches Band sich hinziehen, welches besonders an dem Exemplare [B] deutlich 
erhalten ist, und beiläufig 110 Abschnitte zeigt. 

Die oheren Wirhelhögen sind verknöchert, und bestehen aus zwei den Neuralbogen bildenden 
Schenkeln und dem darüber eingelenkten Dornfortsatz. 



30 

Die ersten drei Schenkel sind breit, liaben oben eine halsartige Einschnürung, ihr vorderer 
Rand ist convex der hintere coneav. Die übrigen Bogenschenkel sind schlank oben und unten etwas 
erweitert. In Bezug auf die Länge variiren sie je nach den einzelnen Lagen, indem sie unter den 
Rückenflossen kürzer sind, dann oberhalb dem Ende der Schwimmblase die bedeutendste Länge 
(13 mm.) erreichen, und dann allmälig an Länge abnehmen, so dass sie am 80. Wirbelabschnitte 
aufhören. 

Die Dornfortsälze waren den Bögen eingelenkt, sind am kürzesten unter der ersten Rücken- 
flosse, am längsten hinter der zweiten (22 mm.), von wo sie an Länge abnehmen, und etwa hinter 
dem 90. Wirbelabschnitte aufhören. 

Die unteren Wirbelhogen waren nicht verknöchert und man kann nur nach Eindrücken an der 
Schwimmblase (c) auf die Existenz von knorpligen Rippen schliessen. Ausserdem sind etwa 5 untere 
Wirbelbögen unterhalb der letzten 5 oberen erhalten. 

Den unteren Dornfortsätzen entsprechen etwa 15 verschieden lange Knochen, welche als Stütze 
des unteren Lappens der Schwanzflosse dienen. 

Die Schwimmblase liegt in der oberen Hälfte der Bauchhöhle in Form eines walzenförmigen 
Körpers von 18 cm. Länge, 35 mm. Höhe. Sie ist vorne abgestutzt, nach hinten vom letzten Achtel 
an allmälig zugespitzt. Am vorderen Ende gewahrt man nach oben hin einen abgerundeten flachen 
Anhang, welcher deutliche concentrische Streifen und 4 radiale Falten erkennen lässt. 

Um mir Sicherheit über die Frage zu verschaffen, ob dies wirklich eine Schwimmblase ist, 
untersuchte ich den Bau derselben an einem Exemplare von einer recenten Amia calva und war auf 
das höchste von der Uebereinstimmuug des fraglichen Gebildes bei Macropoma mit der Schwimm- 
blase der Amia überrascht. Beide Orgaue stimmen bis in das minutiöse Detail der Form und Structur 
überein. Namentlich findet sich der nach oben gerichtete flache Zipfel oberhalb des Anfanges der 
Schwimmblase (Taf. 3 ap.) gerade so, wie bei dem Spirituspräparate. (Hier nur sehnig.) 

Ebenso finden sich im Inneren der Schwimmblase der Amia die Falten, welche man an dem 
fossilen Organe der Macropoma früher für die Spiralklappe gehalten hat. Ausserdem zeigt die Oher- 
fiäche der Schwimmblase bei Macropoma zahlreiche Eindrücke von Gefässverzweigungen in begrenzten 
kleinen Partien, die wohl den Falten an der Innenfläche angehört haben. 

Unter dem hinteren Ende der Schwimmblase gelang es mir an dem Exemplar C die Lage 
des Spiralclappendarmes (sp.) zu eruiren, wenn auch nicht in der Deutlichkeit, wie ihn die restaurirte 
Figur zeigt. 

Die Schuppen müssen sehr fest in der Haut gesteckt haben, denn sie decken in zusammen- 
hängenden grossen Partien die meisten der vorliegenden Exemplare. Auffallend ist es, dass man nie 
vereinzelte Schuppen findet, auch nie in Localitäten, wo die Macropoma häufig ist. 

Die Oberfläche der Schuppen hat eine sehr zarte Längsstreifung, und ausserdem auf der 
hinteren Hälfte zahlreiche Längswülste, deren Verth eilung und Zahl je nach der Stelle, von der sie 
herrühren, nur wenig variirt. Im allgemeinen bemerkt man eine kräftige Mittelreihe, die aus vier 
hintereinander liegenden Wülsten besteht. Zu deren Seiten stehen dann je 5 bis 6 Reihen, von 3 
bis 4 hintereinander stehenden oder etwas alternirenden Wülsten. An den Schuppen von der Mitte 
des Körpers (Taf. 3, Fig. 3) sind diese Wülste am zahlreichsten, an dem Vordertheil (Taf. 3, Fig. 1) 
sind sie sparsamer, und am Schwanztheile (Fig. 4) am wenigsten zahlreich. Die Schuppen der Seiten- 
linie (Taf. 3, Fig. 2) haben keine kleinen Wülste, sondern zeigen bloss eine starke nach hinten sich 
gabelnde Röhre. Die Beschuppung reichte auch auf die fleischigen Stiele der Flossen. 



31 



IVIacropoma forte. Fr. 

Taf. 4, Fig. 2—7. 

Von dieser neuen Art wurde bisher nur ein Kopf gefunden, und zwar in einem grauen Quarz- 
knolleu aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen Berges bei Prag. Die dabei gefundenen Sclauppen 
haben die doppelte Grösse als bei Macropoma speciosum (bei gleicher Kopflänge). An der Oberfläche 
bemerkt man ausser einer sehr feinen concentrischen Streifung auch eine etwas wellenförmige, mit der 
Längsachse der Schuppe parallel laufende sehr feine aber scharfe Streifung. Die untere Fläche trägt 
etwa 16 Reihen rundlicher Wülste, welche von ungleicher Länge sind und in alternirenden Reihen 
stehen (Taf 4, Fig. 6). Eine Schuppe der Seitenlinie zeigt zwei länglich ovale Grübchen. (Taf. 4, Fig. 7.) 

Der Gesammthabitus des Kopfes stimmt mit dem von Macropoma speciosum überein, nur die 
Stirnbeine haben eine abweichende viel breitere Gestalt. (Taf. 4, Fig. 4, fr. 1, fr.) An dem Steinkerne, 
welcher die Unterseite der Knochen darstellt, sieht man der ganzen Länge nach eine tiefe Furche bis 
zur Schnauze herabsteigen, welche jeden der vier Knochen in eine innere und äussere Hälfte trennt. 
Der äussere Rand der äusseren Hälfte trägt am ohei-en Stirnbein 4, am unteren G, mit den Spitzen 
nach hinten gerichtete Höcker, welche an ihrer Oberfläche 3—4 kleine warzenartige Erhöhungen tragen. 
Der innere Rand der äusseren Hälfte zeigt am oberen Stirnbein 4 glatte, den äusseren Höckern ent- 
sprechende Erhabenheiten. Den Höckern am unteren Stirnbein entsprechen ebensoviel paarweise 
gestellte Warzen auf der inneren Hälfte. Es mögen dies Ausfüllungen von Höhlungen sein, in denen 
Nervenknöpfe gelagert waren. 

Die Seiteuansicht des Kopfes (welcher auf Taf. 4, Fig. 5 in verkehrter Stellung mit dem 
Scheitel nach unten gezeichnet wurde), zeigt uns vorerst den kräftigen Infraorbitalknochen, an dessen 
vorderem Rande man den Ausschnitt des Augenhöhlenrandes gewahrt. Das Prseoperculum ist nur 
mangelhaft erhalten. Das Operculum ist durch einen kräftigen Ausschnitt an dem unteren hinteren 
Rande von dem der Macropoma speciosum unterschieden. Hinter dem Operculum liegt die rudimentäre 
ganz aus ihrer Lage verschobene Scapula. (Fig. 5 sc.) Ethm. Nas. 

Um mir einen besseren Einblick in den inneren Bau des Schädels zu verschaffen, spaltete 
ich ihn der Quere nach, und entblösste dabei den Basalknochen des Schädels, der nach vorne in den 
Vomer übergeht. (Taf. 4, Fig. 3.) 

Der Hintertheil dieses mit einem Esslöffel vergleichbaren Knochens ist viereckig, dann folgt 
der sich verschmälernde und von der Mitte an wieder erweiternde Mitteltheil, welcher sich nach 
vorne in eine dreilappige Lamelle ausbreitet. Der mittlere der drei Lappen ist am Vorderraude 
gespalten. Nach vorne hin liegt der linke Zwischenkiefer als ein flacher ovaler Knochen, an welchem 
ausser zahlreichen Grübchen nach feinen Zähnen, auch ein kräftigerer Fangzahn den Abdruck hinter- 
lassen hat. 

Die Unterseite des Schädels (Taf. 4, Fig. 2) nehmen zur Gänze die Branchiostegalplatten ein, 
welche der Form und Grösse nach mit denen von Macropoma speciosum übereinstimmen. Nach hinten 
hin liegt unter mehreren Schuppen eine, welche in der Mitte durch zwei ovale Grübchen ausgezeichnet 
ist. Ob diese Schuppe zu der Seitenlinie gehört, ist noch fraglich, da dieselben bei Macropoma spe- 
ciosum eine ganz andere, gabelförmig gespaltene Röhre für die Nervenendigung zeigen. 



Ordnimg Teleostei. Knoclienfisclie. 

UnterordnuDg Malacopteri. Weichflosser. 

Osmeroicles LeAvesiensis, Ag. 

Taf. 7, Fig. 5, 6, Taf. 8, Fig. 1. 

(Saimo Lewesiensis Mant. Agassiz. Vol. 5, II, p. 105, F. 60 b, F. 1, 2. 5, C, 7 nicht, F. 3, 4, T. 60 c, 
F. 1—8. — Reuss I, p. 12, T. V, F. 10, 11, 16, 19, Schuppen. — Geinitz Eibthal. II, p. 228, T. 43, 

F. 21, Wirbel, T. 45, F. 10—14, Schuppen.) 

Holzschnitt Fig. 55, 56, 57. 

Von diesem Fische waren aus Böhmen bisher nur Schuppen vorhanden und Eeuss führt 
bereits an, dass sie fast in allen. Plänergebilden vorkommen. 

In den Weissenberger Schichten fand ich Schuppen in 
allen drei Stufen und zwar in der ersten Stufe in Semitz, Vinice 
bei Sbyslau, Eadi'm bei Luze, in der zweiten Stufe bei Pferov, 
Hledseb, in der dritten im Fischpläner bei Prosik, Mstetic, am 
Weissen Berge und in vielen anderen Localitäten, gewöhnlich in 
den langen 1" breiten Gebilden (Lepidenteron), die mit Fisch- 
gräten und Schuppen voll zu sein pflegen. 

Köpfe erhielt ich bisher nur vom Weissen Berge bei Prag 
und von Slaveti'n bei Laun. Der auf Taf. 7, Fig. 5 abgebildete 
Kopf zeigt bei normaler Grösse den weit klaffenden Mund, an 
dessen Begränzung der Zv^ischenkiefer, Oberkiefer und der Unter- 
kiefer theilnimmt. Von den übrigen Knochen ist hier keiner in 
seinen Contouren wohl erhalten, die übrigen sieht man besser an dem grösseren Fig. 56 abgebil- 
deten Schädel. 

Die Abbildung der Oberfläche des Kopfes (Taf. 7, Fig. 6) ist nach einem Gypsabguss in das 
Negativ des ganzen Exemplares gemacht, das Taf. 8, Fig. 1 abgebildet ist. Man nimmt daran die 
körnige, stachlig angeordnete Verzierung der oberen Schädeldecke und des Kiemendeckels wahr. 

Der Kopf eines grossen Individuums lässt fast das vollständige Knochengerüste erkennen. 
Er besitzt die Länge von 10 cm. und dürfte einem Fische von 50 cm. angehört haben. 

Die beifolgende Zeichnung Fig. 56 gibt wohl einen genügenden Einblick in das osteologische Detail. 
Von den bei Agassiz abgebildeten Exemplaren dürften die Fig. 3 und 4, welche Köpfe mit 
grossen Zähnen im Oberkiefer zeigen, kaum zu dieser Gattung gehören, denn bei allen unseren 
Köpfen, welche die Kiefern genug gut erhalten zeigen, nimmt man nichts anderes als feine Bürsten- 
zähne wahr. Die von Agassiz abgebildeten isolirten Köpfe dürften eher der Gattung Halec angehören, 
bei welcher wir weiter unten eine ähnliche Bezahnung antreffen werden. 

Ein ganzes prachtvoll erhaltenes Exemplar lieferte der Strahower Steinbruch am Weissen 
Berge 1872. 

Dasselbe zeigt fast den ganzen Fisch in einer Länge von 35 cm. Der von einem dichten 
Schuppenpanzer bedeckte walzenförmige Körper hat fast überall die gleiche Breite von 4 cm. 




Fig. 55. Osmeroides Lewesiensis, A; 
Schuppe. Sinai vergrössert. 
Aus den Priesener Schichten von 
Cornodol bei Laun. 



33 

Der Kopf ist am flachgedrückten Scheitel 6 cm. lang, an den Seiten von der Schnauzenspitze 
bis hinter die Kiemenöfihung 8 cm. 

Die Mundspalte hat die Form einer nach unten gebogenen Spalte und reichte bis unter 
das Auge. 

Die Brustflosse liegt ganz auf der Unterseite des Körpers, dicht hinter der Kiemenöffnung. 
Sie zählte etwa 14 Strahlen. 

Die Rückenflosse beginnt 13 cm. hinter der Schnauzenspitze und man zählt vom Hinterhaupte 
bis zu ihrem Anfange etwa 20 Schuppenreihen. Sie ist nur in ihrer ersten Hälfte erhalten, wo man 




Fig. 56. Kopf von Osmeroides Lewesiensis, Ag. 

Nat. Grösse. Nach einem Exemplare vom Weissen Berge bei Prag. Etwas restaurirt nach einem kleineren Kopfe von 

demselben Fundorte. 



im Zwischenkiefer. 
m Oberkiefer, dahinter 
dessen Nebenknochen 
(18' bei Agassiz). 
im Unterkiefer. 
n Nasenbein. 



s Ethmoidale? 
/)■ Stirnbein. 
p Scheitelbein. 
fc Faciale. 

p Gaumenbein. Die feine 
Bezahnung der unteren 



Partie ist aus Versehen sp Symplecticum. 

nicht dargestellt. po Prseoperculum. 

ir Transversum. io luteroperculum. 

io Infraorbitale. so Snboperculum. 
2 Quadratum. o Operculum. 

t Schläfenbein. x Scapula? 



8 breite, flache, gegen das Ende hin gegliederte Strahlen zählt. Ihre ganze Länge mag 5 cm. be- 
tragen haben. 

Der Schwanztheil des Fisches ist mangelhaft erhalten, doch sieht man den die Schwanzflosse 
stützenden Knochen und kann annäherungsweise die Länge und Form der Flosse selbst erkennen. 

Dieses Exemplar benutzte ich zur nachfolgenden restaurirten Conturzeichnung. 




Fig. 57. Restauration von Osmeroides Lewesiensis, Ag. 
'I^ nat. Grösse. Nach dem Taf. 8, Fig. 1 abgebildeten Exemplare vom Weissen Berge bei Prag. 

5 



34 

Osmeroides divaricatixs, Gein. 

(Elbthal. II, p. 229, T. 45, F. 15—19.) 
Holzschnitt Fig. 58. 

Zu dieser Art, welche sich durch grössere und schmälere Schuppen auszeichnet, dürfte eine 
Partie von etwa 12 Schuppen gehören, welche ich hei Wunic (unweit Libochowitz) in einem weissen 
plattigen Kalksteine antraf, welcher zu den tiefsten Lagen der Priesener Schichten gehört. 

Die meisten derselben sind 10 mm. lang und 8 mm. breit, haben am vorderen Ende drei 
Einschnitte, so dass sie vierlappig erscheinen. 

Der hintere Theil der Schuppe ist stumpf zugespitzt und zeigt am Umfange eine körnige 
Kauhigkeit, und ist an der Unterseite der Schuppe mit parallelen Längsstreifen versehen. 

Cyclolej>is Agrassizi, Gein. (Aulolepis Iteussi, Gein) 

Taf. II, Fig. 9. 

(Beryx ornatus, Eeuss 2. Theil, T. 2, F. 2, T. 5, F. 12, 13.) 
Holzchnitt Fig. 59. 

Die zarten Schuppen, welche man mit obigem Namen bezeichnet hat, sind" ziemlich häufig 
in unseren Plänergebilden, und das Lepidenteron longissimum ist damit oft ganz bedeckt. 

Die Schuppen sind meist 2 mm. breit, IVo mm- hoch, mit concentrischen feinen etwas 
geschwungeneu Linien. 

Oft findet man bei ihnen einen schmalen flachen Knochen, dessen unteres Ende seitlich ge- 
krümmt ist, und der seiner Länge nach in der Mitte mit einer Furche gezeichnet ist. 





Fig. 58. Osmeroides divaricatus, Gein. 

Aus den Priesener Schichten von 

Wunic. Vergrössert. 



Fig. 59. Cyclolepsis Agassizi, Gein. 

Aus den Priesener Schichten von 

Waldek. Vergrössert. 



Fig. 60. Aspidolepis Steinlai, Gein. 
Aus den Priesener Schichten vom 
Wolfsberge bei Podebrad. 3mal 

vergrössert. 



Wahrscheinlich gehört zu dieser Art auch ein grösseres Fragment aus dem Fischpläner des 
Weissen Berges bei Prag, dessen Abbildung ich auf Taf. II, Fig. 9 gebe. 

Dasselbe zeigt ein Stück der Haut mit Schuppen, an dem noch ein Theil der Kückenflosse 
und der Schwanzflosse hängt. 

Die Rückenflosse zeigt 17 Strahlen, von denen die längsten 9 mm., die kürzesten hintersten 
5 mm. lang sind ; sie liegen sehr regelmässig einander parallel und lassen zwischen sich einen Raum, 
der 3mal breiter ist als der Strahl. Zwischen je zwei Strahlen liegt eine Schuppe eingeschoben, 



35 

welche auf 2 mm. Höhe die Basis des Strahles deckt, aber trotz der Kegelmässigkeit doch nur durch 
Verschiebung dahin gelangt sein mögen. 

Die Schwanzflosse ist stark ausgeschnitten, so dass die Mittelstrahlen bloss 8 mm., die 
äussersten 16 mm. Länge haben. Einige der Schuppen sind 4 mm. breit, 2 mm. hoch, und besitzen 
nicht ganz in der Mitte eine schiefe Furche. Die übrigen sind etwas kleiner, rundlicher und ohne 
Furche. Alle zeigen eine sehr feine concentrische Streifung. 



Aspidolepis Steinlai, Gein. 

(Elbthal. Geb. II, p. 234, T. 44, F. 5—7.) 
Holzschnitt Fig. 60. 

Zu der von Geinitz aufgestellten Art gehören mehrere Schuppen, welche wir in den Priesener 
Schichten und zwar in den als weisse klingende Platten vorkommenden Kalksteinen am Wolfsberge 
bei Podebrad, in öinoves und Laun vorfanden. Auch aus den Launer Knollen am rechten Egerufer 
in Laun kamen ähnliche Schuppen vor, aber es ist bei den kleineren Exemplaren schwer zu ent- 
scheiden, ob sie zu dieser Art oder zu Cyclolepis gehören. Die Exemplare vom Wolfsberge sind 
8 mm. breit und zeigen besonders die letzten 3 Anwachsringe stark entwickelt. 

Enchod-us halocyoni, Ag. 

Taf. 7, Fig. 1—4. 

(Poiss. foss. Vol. 5, p. 64, T. 26 c, F. 1-16. — Reuss T. 4, F. 65, I, p. 13. — Cf. die Gattung Ischyro- 
cephalus V. d. Mark. PalBeontogr. XI, p. 29, T. 7, F. 1—4,) 

Von diesem Raubfische bildet Agassiz bloss Fragmente von Kiefern ab, die aus der englischen 
Kreide von Lowes herrühren, und Reuss nur ein Fragment mit 4 Zähnen aus den Teplitzer Schichten 
von Hundorf. 

Der Fischpläner des Weissen Berges bei Prag lieferte eine Reihe von schön erhaltenen Kiefern 
und auch drei ganze Köpfe, von denen einer noch mit der Wirbelsäule zusammenhängt, so dass unsere 
Kenntniss dieser Fischgattung dadurch sehr vervollständiget wird. 

Das grösste Exemplar (Taf. 7, Fig. 1) zeigt die ganze Form des Kopfes. Die Gesammtlänge 
betrug 14 cm., die Höhe 9 cm. Der negative Abdruck ist besonders wegen Erhaltung der Verzierung 
der äusseren Fläche des Kiemendeckels und des Unterkiefers bemerkenswerth. 

Den besten Einblick in den Bau des Kopfes bietet der in das Negativ gemachte Gypsabguss, 
welcher als Grundlage zu der Taf. 7, Fig. 1 gegebenen Figur diente. 

Der Scheitel ist fast wagrecht, die Stirne aber fällt steil ab, und erst der Nasentheil ist wieder 
mehr nach vorne gerichtet, wodurch das Stirnprofil in einem stumpfen Winkel eingebogen erscheint. 

Der Zwischenkiefer ist nur mit kleinen Zähnchen bewaffnet, war am Mundrande 15 mm. breit 
und reichten seine Fortsätze 19 mm. auf den Nasenrücken hinauf. 

Der Oberkiefer war mit gTOSsen spitzen Zähnen versehen, und ist an diesem Kopfe nur 
mangelhaft erhalten (besser bei Fig. 3), doch zeigt der Abdruck (Fig. 1), dass derselbe vorne einen 
sehr kräftigen Fangzahn trug, welcher bis zum unteren Rande des Unterkiefers reichte. 

5* 



36 

Hinter dem Oberkiefer liegen drei flache dünne Knochen: 1. transversum, 2. pterigoideum, 
3. symplecticum, welche zwei letzteren gemeinschaftlich mit dem Quadratbeine (q) den Aufhängeapparat 
des Unterkiefers zusammensetzen. Der Vomer {v) zeigt sich als ein schmaler vorne löffelartig erweiteter 
Knochen. Die Conturen der Augenhöhle sind nicht angedeutet und von den Knochen des Augen- 
ringes nur zwei fast viereckige glatte Blättchen an dem Abdrucke der Innenfläche vorhanden. 

Das Nasen- und Stirnbein sind schlecht erhalten, aber alles deutet darauf hin, dass sie 
schmal und lang waren. Das Scheitelbein zeigt vom Ossiflcationspunkte nach vorne und aussen aus- 
strahlende Furchen, der hintere Theil ist winklig zuerst nach unten, dann nach aussen eingebogen. 
Auch vom Supraoccipitale ist ein Theil erhalten. Von den, den Schädel zusammensetzenden Knochen 
ist noch das temporale (t) und mastoideum (m) wahrnehmbar. 

Das Prseoperculum ist sehr schmal, nach unten hin etwas erweitert. Der Kiemendeckel ist 
an der hinteren Peripherie halbkreisförmig. 

Dem Vorderrande parallel zieht sich eine tiefe Furche als Abdruck einer auf der Aussenseite 
vorspringenden Leiste, und von dieser entspringt etwas über der Mitte eine schwächere Furche, welche 
quer über das Operculum zu dessen Hinterrande sich hinzieht. Von dem Vereinigungspunkte dieser 
zwei Furchen strahlen die fein punktirten Linien nach der Peripherie des Knochens aus. 

Vom Suboperculum ist nur ein kleiner Rest vorhanden. An dem Exemplar A entblösste ich 
noch den Anfhängeapparat der Brustflosse, die Scapula und Clavicula. 

Der Unterkiefer ist sehr kräftig, im hinteren Drittel 25 mm. hoch, von da an sich allmälig 
nach vorne verschmälernd. Er trägt unregelmässig vertheilte schlanke, cylindrische, glatte Zähne von 
7 mm. Länge und an der Spitze einen kräftigen Fangzahn von 15 mm. 

Der zweite Kopf, Taf. 7, Fig. 2, ist bloss 10 cm. lang und 6 cm. hoch, zeigt den glatten 
Abdruck der Innenfläche der Knochen (D). Vom Stirnbein nimmt man den Abdruck der Oberfläche 
wahr; sein Ossificationspunkt steht am Anfange des hinteren Viertels und von demselben gehen nach 
vorne feine, nach hinten sehr tiefe ausstrahlende Furchen. Der Oberkiefer fehlt, und man sieht bloss 
die bezahnten Gaumenbeine (p). 

Der dritte Rest zeigt den Kopf und die Wirbelsäule eines jungen Exemplares. Der Kopf ist 
5 cm. lang, die Wirbelsäule, an der man 31 Winkel zählt, hat 7'5 cm. Länge und endigt mit zwei 
lappenförmigen Anhängen, welche als Stütze der Afterflosse dienten. 

Die oberen und unteren Dornfortsätze sind dünn, bogenförmig nach hinten gebogen, und 
haben im mittleren Theile des Körpers 1 cm. Länge. 

Vergleicht man die hier geschilderten Eeste mit denen von Van der Mark aus der westphä- 
lischen Kreide beschriebenen, so zeigt sich die nahe Verwandtschaft der Gattung Enchodus mit der 
von Van der Mark aufgestellten Gattung hchyrocephalus. 

Wenn auch unsere Vergleiche nur auf die Form des Kopfes sich beschränken müssen, so 
erhellt doch besonders aus der Form und der Bezahnung der Kiefern die Wahrscheinlichkeit, dass 
diese beiden Gattungen in der Zukunft werden vereint werden können. Die Uebereinstimmung des 
Kopfes von I. macropterus mit unseren Resten ist auffallend. 

Das Vorhandensein des grossen Fangzahnes im Oberkiefer ist auch schon bei Agassiz (T. 5, 
Taf. 25 c, 4) angedeutet, und das, was Van der Mark auf Taf. IH, Fig. 4 nur muthmasslich als solchen 
anführt, dürfte sicher ein Fangzahn sein, wie ihn auch unsere Zeichnung (Taf. 7, Fig. 1) darstellt. 
Da an den Exemplaren von Ischyrocephalus aus der Ki'eide Westphalens auch die Fettflosse 
erhalten ist, so kann man daraus schliessen, dass auch unser Enchodus zu den Salmoniden gehört 
hat, was auch durch die Form des vorne erweiterten Vomer bestätigt wird. 



37 

Halec Sternberg-ii, Ag. 

Taf. 9. 
(Poiss. Foss. Vol. 5, IL p. 123, Taf. 63. — Eeuss. I, p. 13, II, p. 118, T. 22, 23.) 

Das von Agassiz und Reuss abgebildete Originalexemplar unterzog ich einer sorgsamen neuen 
Untersuchung und fand, dass in dem Negative noch Theile des Kopfes stecken, welche sich heraus- 
präpariren und dann an den positiven Abdruck anbringen Hessen. Ausserdem gelang es noch 6 Wirbel 
und die ganze Bauchflosse sammt dem wohl erhaltenen Beckenknochen blosszulegen. 

Der so präparirte Fisch, mit den bei Reuss und Agassiz gegebenen Abbildungen verglichen, 
erwies sich als einer neuen Darstellung werth. 

Ganz besonders schön zeigen sich die Skelettreste dieses Fisches an den in das nun gerei- 
nigte Negativ gemachten Gypsabgüssen, wo man besonders die feine Verzierung des Opereulum, die 
Form des Augapfels und vieles andere Detail sehr schön wahrnimmt. 

Die Bezeichnung der einzelnen Kopfknochen, wie sie gegenwärtig unterschieden werden können, 
habe ich auf Taf. 9 angebracht. 

Da Agassiz sich in der Beschreibung ziemlich kurz fasst und Reuss sich bloss auf ihn beruft, 
so hoffe ich in nachstehendem etwas zur Kenntniss dieser Art beitragen zu können. 

Agassiz findet in der Form des Kopfes viel Aehnlichkeit mit der Gattung Elops, gegenwärtig 
zeigt sich sowohl in der Bezahnung der Gaumenbeine als auch in der Stellung der Flossen mehr 
Verwandtschaft mit den Lachsen. Der Kopf ist gross, am Scheitel abgeflacht, die Mundspalte bis 
hinter das Auge gespalten. Der Zwischenkiefer {im) ist vorne zu einer dreieckigen Platte erweitert, 
am Mundrande trägt er feine Zähne, deren 25 auf 1 cm. gehen; der Oberkiefer (m) ist sehr dünn, 
und war wahrscheinlich ähnlich bezahnt wie der Zwischenkiefer. Das Gaumenbein {p) trägt 10 kräftige 
konische Zähne. Am Unterkiefer, dessen Aussenfläche granulirt war, sind nur Spuren von ähnlicher 
Bezahnung, wie sie der Zwischenkiefer trägt. 

Der Bulbus des Auges ist theilweise erhalten, und die Infraorbitalknochen fast alle, wenn 
auch etwas nach hinten verschoben. Der vorderste derselben zeigt eine gefurchte Oberfläche. 

Das Prseoperculum ist ein starker, gerader, 8 mm. breiter, am unteren Ende nach hinten 
sich erweiternder Knochen. 

Das Opereulum ist stark, massig gewölbt, 5 cm. hoch, 4 cm. breit, mit von der halben Höhe 
des Vorderrandes ausstrahlenden feinen Punktreihen und Furchen geziert. Das Interoperculum und 
Suboperculum sind nur ganz fein granulirt. 

Die Suprascapula (s. sc.) ist auffallend breit (worauf schon Agassiz hingewiesen hat), dreieckig, 
am oberen hinteren Winkel abgerundet ; an dieselbe schliesst sich die schmale scapula und die clavi- 
cula (bei Agassiz als humerus gedeutet), an deren unterem Ende die Brustflosse mit granulirten 
Strahlen angebracht ist. 

Die Zahl der Wirbel betrug an dem erhaltenen Theile, nach den Dornfortsätzen gezählt, 38, 
und an den frisch entblössten hintersten Wirbeln bemerkt man, dass die unteren Dornfortsätze an 
der Basis auffallend erweitert sind. 

Die Rückenflosse zählte 14 Strahlen (wie der Lachs), von denen nur die ersten 7 deutlich 
erhalten sind, die weiteren 7 bloss in Fragmenten, die sich an die geknöpften Stützknochen anlegen, 
angedeutet sind. 



38 

Das früher vollständig unbekannte Becken beginnt unterhalb des Anfangs der Eückenflosse 
als kräftiger, dreieckiger, bis hinter die Insertion der Flosse ausgebreiteter Knochen von 65 mm. Länge. 

Die Flosse selbst zählt an 11 Strahlen, einen kleinen kurzen, dann zwei besonders kräftige, 
gegliederte und fein granulirte und 8 gewöhnliche. 

Der Anfang der Bauchflosse fällt unter das zweite Drittel der Eückenflosse und stimmt darin 
mit dem Lachse mehr als mit Elops, bei welchem die Bauchflosse mehr nach vorne steht, als die 
Eückenflosse. Das übrige Detail ist bei Agassiz genügend beschrieben. 

Vergleicht man die Gestalt des Fisches mit dem des Lachses in Bezug auf die Zahl der 
Wirbel und die Länge des erhaltenen Eestes, so dürfte der Halec eine Gesammtlänge von mehr als 
70 cm. gehabt haben. 

Der Fundort dieses Fisches ist Jung-Koldin, nördlich von Brandeis an der Adler. Bezüglich 
des Alters der grauen Kalksteine, aus denen es stammt, überzeugte ich mich an Ort und Stelle, dass 
dieselben den Iserschichten angehören. Die Localität ist ein kleiner nur von Zeit zu Zeit geöffneter 
Steinbruch und ich faud darin ausser mehreren weniger bezeichnenden Bivalven auch die Lima dicho- 
toma, welche in dieser Gegend für die Iserschichten charakteristisch ist. 



Halec Lautoei, Fr. 

Taf. 10, Fig. 4. 

Von Prof. Laube wurde mir ein Fischkopf aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen Berges 
bei Prag zur Untersuchung anvertraut, welcher in der Gesammtform sehr dem Halec Sternbergü 
ähnlich ist. Das grosse Operculum, der verknöcherte Augapfel, die Art der Bezahnung der Kiefern 
stimmt ziemlich überein. 

Es liegen beide Abdrücke, der positive, die Innenfläche der Knochen, sowie der negative, den 
Abdruck der Aussenfläche darbietende vor. 

Der negative Abdruck zeigt eine feine granulirte Verzierung sowohl am Ober- als auch am 
Unterkiefer. Die Stützleiste des Operculum zieht sich in halber Höhe des Vorderrandes quer über 
zum Hinterrande. Die Oberfläche des Operculum ist mit zahlreichen Punktreihen geziert, welche vom 
Beginn der Stützleiste strahlig nach den Bändern des Knochens verlaufen, und mit feinen Eippen, 
welche in Abständen von 3 — 4 mm. besonders auf der oberen Hälfte des Operculum auftreten. Das 
Suboperculum zeigt nur eine schwache zerstreute Punktirung, das Interoperculum eine starke aus- 
strahlende. 

Die Bezahnung des Oberkiefers ist sehr fein, denn es gehen auf 1 cm. 25 Zähnchen, so dass 
deren im Ganzen über 150 waren. 

Die im Unterkiefer sind etwas grösser und es gehen nur 12 auf 1 cm., und waren deren im 
Ganzen etwa 70. 

Der positive Abdruck zeigt ein starkes, nach innen und vorne gekrümmtes Gaumenbein, auf 
welchem 14 kräftige Zähne stehen, von denen der erste 14 mm., die übrigen bloss 4 mm. lang sind. 
Die Steinkerne, welche in den Hohlräumen nach den Zähnen liegen, zeigen eine Längsfurchung. 

Der Kopf erinnert auch in seiner Erscheinung an Elopopsis Heckeli, unterscheidet sich von 
demselben durch mehrere wichtige Merkmale. Der Kopf von Elopopsis wird nach hinten viel höher, 
die Mundspalte reicht nicht bis hinter das Auge, die Kiefern tragen viel weniger aber verhältniss- 
mässig kräftigere Zähne. (Zwischenkiefer 6, Oberkiefer 14, Unterkiefer 25.) 



39 

Die Stützleiste des Operculum ist ganz oben unterhalb dessen Einlenkungsstelle, bei Halec 
viel weiter unten. 

Da es gewagt wäre diesen Rest mit Halec Sternbergii identificiren zu wollen, bevor nicht 
vollständigere Exemplare uns über die Flossenstellung belehren, so bezeichnete ich denselben mit 
dem Namen meines werthen Collegen. 

Das Niveau, aus welchem der Halec Laubei stammt, die Wehlowitzer Pläner, ist viel älter 
als das, von welchem Halec Sternbergii herrührt, nämlich die Iserschichten, und wird wohl der ältere 
zur Ahnenreihe des letzteren gehören. 



^^losa boliemica. Fr. 

Taf. 8, Fig. 2, Taf. 10, Fig. 5. 

Diesen werthvollen Fischrest fand Herr Jos. Prazäk, welchem unser Museum für viele palseon- 
tologische Kostbarkeiten zu Dank verbunden ist, in dem Wehlowitzer Steinbruche unter dem Ab- 
raumgesteine. Dieses ist ein sandiger Kalkstein, welcher über dem fischführenden Pläner in Knollen- 
reihen gelagert ist, und im Alter den Launer Knollen der Malnitzer Schichten entspricht. 

Der Fisch ist in seinen vorderen zwei Dritt-Theilen in einer Länge von 24 cm. erhalten, und 
liegt sowohl im positiven als negativen Abdrucke vor. Die Länge des ganzen Fisches wird an 35 cm. 
betragen haben, wovon 6 cm. auf die Länge des Kopfes kommen. 

Unter den Knochen des Schädels ist besonders das Prseoperculum sehr kräftig entwickelt. 
Es hat die Form eines hohen Viereckes, dessen unteres Drittel winkelig nach vorne ausgezogen ist. 

Von der stärkeren Leiste, welche den Vorderrand begleitet, laufen von der unteren Um- 
biegungsstelle strahlenförmige Rippen zum unteren und hinteren Rande aus, welche gleich von ihrem 
Ursprünge aus durch tiefe Furchen getrennt sind. 

Das wahre Operculum ist nur theilweise erhalten und muss im Verhältnisse zum Prseoper- 
culum viel schwächer entwickelt gewesen sein. 

Oberhalb des Operculum gewahrt man das in eine lange Spitze ausgezogene Warzenbein 
(Mastoideum, Taf. 10, Fig. 5 m.). 

Die Wirbelsäule ist im mittleren Theile des Körpers erhalten, und zeigt (besonders an den 
in das Negativ gemachten Gypsabgüssen) eine grosse Uebereinstimmung mit den Wirbeln der jetzt 
lebenden Alosa, namentlich durch die an den Seiten der Wirbel vorspringenden zwei Leisten und die 
Einfügungsart der oberen Dornfortsätze. Die für die Gattung Alosa charakteristischen, nach vonie 
unter den vorangehenden Wirbel reichenden Fortsätze der unteren Wirbelbögen sind an einem der 
hintersten Wirbel ebenfalls deutlich wahrzunehmen. 

Von den Flossen liegt nur die linke Brustflosse an ihrer ursprünglichen Stelle, sie zählt 
3 8 Strahlen, von denen die äussersten sehr stark, und an ihrer Ursprungsstelle winkelig umgebogen sind. 

Die rechte Brustflosse ist wahrscheinlich die nach der Rückseite verschobene (P.^), welche 
übrigens auch die stark nach vorne dislocirte Rückenflosse sein könnte. Nach hinten hin sieht man 
unterhalb der Wirbelsäule noch Reste der verschobenen kleinen Bauchflossen. 

Ausserdem gewahrt man an dem Reste noch zahlreiche grosse, runde, glatte, bis 18 mm. 
breite Schuppen, von denen eine hinter dem Kiemendeckel liegende sich durch das Vorhandensein 
der Röhre für den Nerven als der Seitenlinie gehörig erweist. Zahlreiche dünne Gräten, theils gerade, 
theils gabelig gespalten, sowie spärliche Reste von Rippen (c) sind am Gypsabgusse wahrzunehmen. 



4Ü 

Die dreizackigen Knochen, welche besonders gut Taf. 10, Fig. 5 Z zu sehen sind, stellen die 
linken Hälften der oberen Dornfortsätze mit ihren seitlichen rippenförmigen Ausläufern dar, wie man 
es ganz ähnlich bei der lebenden Alosa findet. 

Ich zögere nicht diesen Fischrest trotz seiner Unvollständigkeit als zur Gattung Alosa gehörig 
anzuführen, denn die Uebereinstimmung des osteologischen Details mit dem genau verglichenen Skelett 
der Alosa vulgaris ist überraschend. Ausserdem sprechen auch die grossen Cycloiden-Schuppen für 
diese Auffassung. Fossile Reste der Gattung Alosa waren bisher bloss aus der Tertiärformation bekannt. 



Unterordnung Acanthopteri, Stachelflosser. 

Hypsodon Lewesiensis, Ag. 

Taf. 6. 
(Megalodon sauroides Ag. Vol. 5, p. 99, T. 25 a, T. 25 b. — Geinitz Elbth. II, p. 222, T. 42, T. 43, F. 1, 2.) 

Im Jahre 1872 wurde in dem Wehlowitzer Pläner am Weissen Berge bei Prag ein riesiges 
Kieferstück dieser Art gefunden, welches ich, ähnlich wie Agassiz, im ersten Augenblicke für einen 
Saurierrest ansah. 

Das 30 cm. lange Stück besteht aus dem Zwischenkiefer und dem Oberkiefer. Die Disposi- 
tion der Zähne ähnelt derjenigen, welche Agassiz auf Taf. 25 b, Fig. 1 b giebt. Alle Zähne sind 
bloss als Hohlräume erhalten, die Zahnsubstanz ist vollkommen verschwunden und nur die Ausfüllung 
der Zahnhöhle ragt als glatter, mit einigen wenigen Längsfalten versehener Steinkern in den leeren 
Hohlraum. Der Abdruck der Zahnspitzen ist vollkommen glatt, glänzend, der im Kiefer sitzende 
Theil des Zahnes zeigt eine mehr rauhe Oberfläche und hie und da die Spur einer Längsfalte. 

Der als Zwischenkiefer gedeutete Knochen ist 5 cm. breit, 8 cm. hoch und trägt einen kräftigen 
Fangzahn, der an der Basis 2 cm. breit war, und dessen aus dem Kiefer hervorragende Spitze die 
Länge von 5 cm. betragen mochte. Hinter diesem Hauptzahn sind Andeutungen von Alveolen für 
3 oder 4 in einer Gruppe beisammen stehende schlanke Zähne, welche etwa 1 cm. lang gewesen 
sein mochten. 

Im Oberkiefer standen vorerst 3 — 4 kleine Zähne von 14 mm. Länge, 4 mm. Breite, deren 
Spuren nur mangelhaft erhalten sind. Dann folgen 3 grosse konische stumpfspitzige Zähne, welche 
30 mm. aus dem Kiefer hervorragen. Nach Anfertigung der Abbildung entblösste ich den ganzen 
Hohlraum des mittleren dieser 3 Zähne, wobei es sich herausstellte, dass seine Gesammtlänge 80 mm. ! 
betrug. Die grösste Breite in der Mitte machte 16 mm. 

Die beiden Nachbarzähne scheinen nicht so hoch in den Kiefer hineingeragt zu haben, doch 
wollte ich wegen Sicherstellung dessen nicht den ganzen kostbaren Rest weiter beschädigen. 

Nun folgen nach hinten noch 2 Zähne, dann eine Lücke und noch 6 Zähne. Falls die Lücke 
auch zahntragend war, so werden hinter den 3 grossen Zähnen noch 13 gestanden haben. Die Länge 
dieser Zähne lässt sich nur beiläufig auf 15 mm., die Breite an der Basis aber sicher als 5 mm. 
bestimmen. 

Die oberhalb des Kiefers liegenden Knochenstücke werden dem Stirn- und Scheitelbeine an- 
gehören, sind aber sowohl an ihrer Oberfläche, als auch in Bezug auf die Conturen so mangelhaft 
erhalten, dass ich wegen Raumersparniss leicht ihre Darstellung unterlassen konnte. 



41 

Elopopsis Heckeli, Rmss. 
(Neue Fischreste aus dem böhmischen Pläner. Denkschriften der k. Akademie. Wien. Xin Band. Taf. .3.) 

Holzschnitt Fig. 61. 

Der prachtvolle Kopf, den Reuss abbilden Hess, wurde im Wehlowitzer Pläner am Weissen 
Berge bei Prag gefunden und ist eine Zierde der Sammlungen unseres Museums. 

Die von Reuss beschriebenen einzelnen Knochen auf der Abbildung wiederzufinden ist voll- 
kommen unmöglich, da sie dort nicht bezeichnet sind, und auch ihre Conturen von dem Zeichner 
nicht präcis markirt wurden. Desshalb füge ich hier eine nach dem Originale in ^3 natürlicher Grösse 
angefertigte Orientirungsskizze bei. 

Ausser den von Reuss erwähnten Knochen sieht man daran auch die Elemente des Schulter- 
gürtels: die Scapula {sc')^ Suprascapula (sc) und das Coracoideum. 

Nach Entfernung der Steinmasse am Operculum stellte es sich heraus, dass die Stützleiste 
des Operculum ganz oben unmittelbar unter der Einlenkungsstelle entspringt und schief nach hinten 
und unten verläuft, wodurch man leicht diesen Schädel von dem eines Halec unterscheiden kann. 




Fig. 61. Elopopsis Heckeli, Keuss. Orientirungsskizze in V3 nat. Grösse. 

im Zwischenkiefer. t Temporale. Operculiun. sc' Scapula. 

m Oberkiefer. sp Symplecticum. so Subopercuhim. c Coracoideum. 

/ Stirnbein. po Prseoperoulum. sc Suprascapula. l Linguale? 



Beryx Zippei, Ag. 

Taf. 5, Fig. 1. 
(Poiss. foss. Yol. 4, p. 120, T. 15, F. 2. — Reuss I, p. 11, T. I und T. II, F. 1.) . - 

Holzschnitt Fig. 62. 

Das von Agassiz abgebildete Original aus dem Fischpläner von Smecna befindet sich in 
unserem Museum. Ein zweites Exemplar wurde bei Zaluz gefunden und von Reuss abgebildet und 
beschrieben. Seit der Zeit erhielten wir eine grosse Anzahl von Exemplaren von Gastorf, Wehlowitz 

6 



42 

und Liboch bei Melnik, sowie aus dem Pläner des Weissen Berges bei Prag. Diese Eeste belehren 
uns über die Gestalt der Flossen und zeigen zugleich, dass diese Art eine ziemlich bedeutende 
Grösse erreichte. 

Die Exemplare von Wehlowitz wurden in demselben Niveau gefunden, das die Prachtexemplare 
des Macropoma speciosum liefert und charakterisirt deren Vorkommen auch am Weissen Berge, das 
Niveau des eigentlichen Wehlowitzer oder Fischpläners : das dritte höchste Glied der Weissenberger 
Schichten. 

Die wichtigsten bei nachfolgender Schilderung benützten Exemplare habe ich mit grossen 
Buchstaben signirt, und werde hier die an ihnen wahrnehmbaren wohlerhaltenen Partien hervorheben. 

A. Originalexemplar zu Agassiz Abbildung zeigt die Kopfknochen, den vorderen Theil der 
Rückenflosse und die Bauchflosse. 

B. Original zu Taf. 5, Fig. I aus dem Wehlowitzer Pläner von Wehlowitz zeigt die Lage 
und Form der Bauchflosse, den verlängerten 9ten Strahl der Rückenflosse und die sehr lange 
Schwanzflosse. 

C. Ganzes Exemplar von demselben Fundorte. Diente als Grundlage der im Holzschnitt 
gegebenen etwas restaurirten Figur. Die in das Negativ gemachten Abgüsse geben prachtvolle Bilder 
des Fisches. 

D. Das grösste Exemplar aus dem Wehlowitzer Pläner von Prosnik bei Tschakowitz unweit 
Gastorf zeigt auch die wohlerhaltene Brust und Afterflosse. 

E. Kleines sehr hohes Exemplar von Wehlowitz mit erhaltenem, verlängertem 9ten Strahl 
der Rückenflosse. 

Die Exemplare vom Weissen Berge haben meist nur eine Länge von 10 — 12 cm. 




Fig. 62. Beryx Zippei, Ag. Aus dem Wehlowitzer Häner von Wehlowitz. Va nat. Grösse. 



Die von Agassiz für Beryx Zippei aufgestellten Charaktere bestehen in der gedrungenen 
Gestalt, dem stark gekrümmten Nacken und in der massigen Entwickelung der Rückenflosse. 

Die an unseren zahlreichen Exemplaren wahrgenommenen weiteren Merkmale will ich hier 
als Ergänzung der Beschreibungen von Agassiz und Reuss folgen lassen. 

In Beziehung auf die Dimensionen zeigt uns das Exemplar D, dass diese Art bis 9 cm. Höhe 
und an 25 cm. Länge erreichte. 



43 

Oberhalb der Schuppenreihe der Seitenlinie folgen noch 2 Reihen grosser und dann 6 Reihen 
kleiner Schuppen. Auch unterhalb der Seitenlinie nehmen die Schuppen nach unten an Grösse ab. 
Der 7te Strahl der Rückenflosse ist sehr verlängert und reicht bis über die Hälfte der Schwanzflosse. 

Die Schwanzflosse ist sehr mächtig entwickelt und beträgt ihre Länge (siehe Fig. 62) mehr 
als ^/j der Körperlänge. 

Die Schuppen sind nirgends so gut erhalten, dass man daran ein deutliches Unterscheidungs- 
merkmal von Beryx ornatus sicherstellen könnte. Die Röhre für den Nerven an den Schuppen der 
Seitenlinie bildet im vorderen Theile der Schuppe ein gleichschenkliges Dreieck, im hinteren Theile 
eine schmale bis zum Rande reichende Röhre. 



Beryx orna-tiis, Äg. 

Taf. 5, Fig. 2, 3. 

(Poiss. foss. Vol. 4, p. 115, T. 14 a, T. 14 b, F. 1—2, T. 14 c, F. 1—6, T. 14 d. — Reuss I, p. 12, 
T. n, F. 2, T. Xn, F. 1, 2. Schuppen auf T. V, F. 12, 13, 15. — Geinitz Elbthal. II, p. 220.) 

Holzschnitt Fig. 63, 64, 65. 

Das Vorkommen dieser grossen Barschart constatirte zuerst Reuss an einem Fragmente aus 
dem „Oberen Plänerkalk" (Teplitzer Schichten) von Kutschlin und stellte dazu auch ein gi-össeres 
auf Taf. XII, Fig. 1 abgebildetes Bruchstück, das dem Gestein nach aus den Iserschichten im Bunz- 
lauer Kreise herstammt. Es ist ein Geschenk des Grafen Morzin, das sich in unserer Sammlung befindet. 

Bei meiner Untersuchung der typischen Iserschichten gelang es mir in Benätek ein fast ganzes 
Exemplar zu aquiriren. Dasselbe stammt aus den kalkigen Knollen, welche am rechten Iserufer in 
den senkrechten Sandsteinwänden, etwa in deren halben Höhe, eingelagert sind. 

Die Häuserreihe, hinter welcher sich die Felsen erheben, heisst „Ohodr" und wurde der Rest 
vom Steinbrecher Joh. Kliment gefunden und lange Zeit aufbewahrt. 





Fig. 63. Schuppen von Beryx ornatus, Äg. Von dem Taf. 5, Fig. 2 abgebildeten Exemplar 

au3 den Iserschichten von Benatek. 
a Schuppe der Seitenlinie. Nat. Grösse. 6 Schuppe unterhalb der Seitenlinie. Nat. Grösse. 



Bei Betrachtung dieses Restes wird es fraglich, ob die böhmischen Exemplare wirklich der 
von Agassiz aus der englischen Kreide von Lewes beschriebenen Art angehören, denn der Kopf ist 
bei dem letzteren viel mehr abgestutzt, und auch die Verzierung der Schuppen, wie sie Agassiz Taf. 
14 b, Fig. 2 (wohl sehr schematisch) abbildet, ist eben nicht gerade so wiederzufinden. 



6* 



44 

Sowohl die englischen als auch die böhmischen Reste sind zu mangelhaft erhalten, als dass 
man darüber jetzt schon entscheiden könnte. 

Zur Erleichterung späterer Forschungen gebe ich die Abbildung der Schuppen in nat. Grösse 
und hebe nur noch hervor, dass oberhalb der Seitenlinie nur 5 Reihen gleich grosser Schuppen stehen. 





Fig. 64. Beryx ornatus? 

Aus dem Wehlowitzer Planer von Bechlin. 



Fig. 65. Beryx ornatus? 

Aus den Priesener Schichten von Levln. 



Aus mehreren Schichten unserer Kreideformation besitze ich Schuppen, welche ähnlich 
wie Beryx ornatus am Hinterrande gezähnt sind, aber von der Rauhigkeit auf dem Hinterrande der 
Schuppe ist daran nichts wahrzunehmen. Ich gebe die Abbildungen von zwei Fundorten: Bechlin 
und Levin. 



Claclocyclris Strehlensis, Gein. 

(Elbth. II, p. 224, T. 45, F. 2—9.) 

Holzschnitt Fig. 66. 

Zu dieser, nur den Schuppen nach bekannten Fischgattung, stellt Geinitz die von Reuss auf 
T. 5, F. 18 als Cycloidschuppen abgebildeten Exemplare. Ich fand ähnliche an mehreren Localitäten 
in den Priesener Schichten und zwar: Cifioves, Soviceberg, Wunic bei Libochowitz, Wolfsberg bei 
Podiebrad, Cernodol bei Laun und in Priesen bei Postelberg. 



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Fig. 66. Cladoeyclus Sirehlensis, Gein. Aus den Priesener Schichten. 
a Vom "Wolfsberge bei Podiebrad. h Von Cinoves. Beide 2mal vergrössert. 



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Tabellarische Übersicht 



der Reptilien und Fische nacb ihrer Vertheilung in den einzelnen Schichten der böhm. Kreideformation. 



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Turon — Senon 



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üeptilia. 

Pag. 

Polyptychodon interruptus Ckv 1 

Iguanodon exogirarum Fr 3 

Chelone Benstedi Oio 4 

Pisces. 

Carcharias priscus Giebel 5 

Otodus appendiculatus Ag 5 

Otodus rudis Beuss 6 

Otodus sulcatus Gein 6 

Otodus semiplicatus v. Mimst 7 

Otodus serratus Ag 7 

OxyrMna Mantelli Ag 7 

Oxyrhina angustidens Reuss 8 

Lamna acuminata Ag 9 

Lamna subulata Ag 9 



Lamna raphiodon Ag. . . 
Squatina lobata Bmss . . 
Squatina Mülleri Emss . . 
Gomphodus Agassizi Reuss 
Scilliodus Humboldt! Gein. ■ 
Scilliodus crassiconus Gein. 
Corax heterodon Beuss 
Notidanus microdon Ag. . 
Spinax rotundatus Beuss . 
Spinax marginatus Beuss . 
Spinax major Beuss . . . 
Hybodus cristatus Beuss ■ 
Hybodus tenuissimus Seuss 
Hybodus dispar Eeuss . . 
Hybodus serratus Beuss . 



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Hybodus Bronni Heuss 13 

Hybodus polyptychus Seuss 13 

Ptychodus mammillaris Ag. . . . _ 14 

Ptydiodus decurrens Ag 14 

Ptychodus polygirus Ag 14 

Ptychodus latissimus Ag 15 

Acrodus affinis Reuss 15 

Acrodus triangularis Gein 16 

Acrodus polydictios Beuss 16 

Chimfflra furcata Fr 16 

Lepidenteron longissimum Fr 19 

Dercetis Eeussii Fr 20 

Pycnodus complanatus Ag 21 

Pycnodus scrobiculatus Beuss 22 

Pycnodus cretaceus Ag 22 

Phyllodus cretaceus Beuss 24 

Spheerodus tenuis Beuss 24 

Gyrodus mammillaris Ag 25 

Gyrodus quadratus Beuss 25 

Gyrodus angustus Ag 25 

Gyrodus Münsteri Ag 25 

Semionotus? n. sp 26 

Macropoma speciosum Beuss 26 

Macropoma forte Fr 31 

Osmeroides Lewesiensis Ag 32 

Osmeroides divaricatus Gein 34 

Cyclolepis Agassizi Gein 34 

Aspidolepis -Steinlai Gein 35 

Enchodus halocyon Ag i . . 35 

Halec Sternbergii Ag 37 

Halec Laubei Fr 38 

Alosa bohemica Fr 39 

Hypsodon Lewesiensis Ag 40 

Elopopsis Heckeli Beuss 41 

Beryx Zippei Ag 41 

Beryx ornatus Ag 43 

Cladocyclus Strehlensis Gein 44 



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TAFEL I. 



Polyptychodon interruptus, Ow pag. 1 

Fig. 1. Ein Wirbelkörper in ^/j natürl. Grösse. Ansicht der Unterseite. Aus dem Wehlo- 

witzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag. 
Fig. 2. Seitenansicht desselben. 
Fig. 3. Zahnkrone des im Holzschnitt Fig. 1 dargestellten Zahnes. Gezeichnet nach einem 

Gypsabguss in doppelter Grösse. Von demselben Fundorte. 

Ignauodou ? , Exogirarum, Fr pag. 3 

Fig. 4. Ausfüllung der Markhöhle einer Tybia. Aus dem Exogirenkalke der Korytzaner 

Schichten von Holubitz bei Kralup. Nat. Grösse. Ansicht der Vorderfläche. 
Fig. 5. Dasselbe, Ansicht der Hinterfläche. 



D^'AFntsch, Reptilien ufischederßolnn.Kreideform 



Tab.I 



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5. 



Lanqlidris ad.uat.de] 



Druck .. Bohemia" Prag 



TAFEL II. 



SänamtUclie Figuren in natür-liolier" Orösse. 



Fycnodus cretaceus, Ag pag. 22 

Fig. 1. Kopf und Bruststück aus dem Wehlowitzer Pläner des Steinbruches „na Häjicli" 
bei Schlan. Nat. Grösse, md Zahnreilie des Unterkiefers. / Stirnbein. P Scheitel- 
bein, b Basalknochen des Schädels, q Quadratbein? x Schenkel des 1. Wirbels? 
ch Chorda, d Strahlenträger der Rückenflosse, sp Obere Dornfortsätze, a deren 
knollige Anschwellungen, r Rippen, d' Rudimente des Hautskelettes. 

Fig. 2. Untere Ansicht des Kopfes desselben Exemplares. Man sieht die Zahnreihen des 
Unterkiefers mit den Kronen im Gestein sitzen. 

Fig. 3. Linker Unterkiefer mit 5 Zahnreihen, die mit den Ki'onen im Gestein sitzen. 
Aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen Berges bei Prag. 

Fig. 4. Zwei Zahnreihen des rechten Unterkiefers aus dem Pläner von Mecholup bei Saatz. 
Mit den Zahnkronen nach aussen. 

Fycnoclus complanatns, Ag pag. 21 

Fig. 5. Beide Unterkiefer. Steinkerne der Zähne darstellend. Aus dem Wehlowitzer 
Pläner von Cernosek. (Siehe das Negativ Holzschnitt Fig. 47.) 

Pycnodus scrobicnlatns, Reuss pag. 22 

Fig. 6. Aus dem Wehlowitzer Pläner von Mecholup bei Saatz. 
Fig. 7. Aus den Iserschichten von Münchengrätz. 

Dercetis Beussü, Fr pag. 20 

Fig. 8. Kopf und ein Theil der Wirbelsäule, aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen 
Berges bei Prag. (Vergl. Taf. 4 und Taf. 10.) 

? Cyclolepis Agassizi, Gein pag. 34 

Fig. 9. Fragment mit einem Theile der Rücken- und Afterflosse. Aus dem Wehlowitzer 
Pläner vom Weissen Berge bei Prag. 

Pycnodus sp pag. 24 

Fig. lö. Fragment des Schwanztheiles. (Vergl. Holzschnitt Fig. 49.) 



D''A.Fritsch. Reptilien u Fische der Böhm. Kreideform, 



.•II). 




TAFEL in. 



HKacropoma speciosum, Beuss 

Kestauration des Skelettes nach 10 Exemplaren in nat. Grösse. 



pag. 26 



D. 


Erste Rückenflosse. 




0. 


A 


Zweite Rückenflosse. 




P. 0. 


c. 


Schwanzflosse. 






A. 


Afterflosse. 




(1, 2, 


V. 


BaucMosse. 




sc. 


P. 


Brustflosse. 




i. sc. 


im. 


Zwischenkiefer. 




cl. 


ms. 


Oberkiefer. 




r. 


m. 


Unterkiefer. 




cor. 


Br. St. 


Branchiostegalplatten. 




eh. ch'. 


e. 


Ethmoidale. 




X. 


n. 


Nasenbein. 




/• 


fr. a. 


Vorderes Stirnbein. 




/, 


fr. 


Hinteres Stirnbein. 




Ph. 


P. 


Scheitelbein. 




Vs. 


sp. 


Seitenfortsatz des Scheitelbeines. 


ap. 


S. oc. 


Oberes Hinterhauptbein. 


Supraoccipitale. 


si. 


mt. 


Warzenbein. 




c. 


pb., 


ph^ Prooticum. 




sp. 


V. 


Vomer. 




1. 


Q. 


Quadratum (Os. Pterygosuspensoriale. 








Huxley.) 




ar. 


Articulare. 




A' 


Pr.O. 


Prseoperculum. 




Ol 



Operculum. 

Suboperculum. (Im Texte Postoperculum ge- 
nannt.) 

3, 4.) Kiemenbögen. 
Scapula. 
Infi'ascapula. 
Clavicula. 
Radius. 
Coracoideum. 
Chorda? 

Bogenschenkel des ersten Wirbels? 
Stützknochen der ersten Rückenflosse. 
Stützknochen der zweiten Rückenflosse. 
Beckenknochen, i. innerer, e. äusserer. 
Schwimmblase. 
Deren Anhang. 
Gefässabdrücke der Falten. 
Eindrücke nach Rippen. 
Spiralklappendarm. 

Schuppe vom Voi'dertheil, 2. von der Seiten- 
linie, 3. vom Mitteltheil, 4. vom Schwanztheil 
des Fisches. 

Isolirter Strahl der Afterflosse. ) Ver- 
Isolirter Strahl der Schwanzflosse. ' grössert. 



D'"A\Fritsch Reptilien u Fische der Böhm Kreideform 



'IVib .", 





# 9 




ff 



';MCK.E:i,?i>.'- ■ 



T^if^EL IV. 



Fig. 1—5. in natürliclxer Grösse. 



Dercetis Renssii, Fr pag. 20 

Fig. 1. Fragmente eines gi'ossen Schädels in nat. Grösse. Aus dem Wehlowitzer Pläner 
vom Weissen Berge bei Prag. v. Theil der Wirbelsäule, m. m^ Kieferstücke. 
sc. Knochenscliilder. h. Obere Scbädeldecke, an der man die Stirn und Scheitel- 
beine wahrnimmt. 

Iflacropoma forte. Fr pag. 30 

Aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag. 

Fig. 2. Ansicht des Schädels von unten, hr. st. Branchiostegalplatten. l. Schuppe der 
Seitenlinie. 

Fig. .3. Obere Ansicht des Gaumens des horizontal gespaltenen Schädels, m. Oberkiefer. 
■p. Gaumenbein, s. Parasphenoid, an das sich nach vorne der am Ende drei- 
lappige Vomer anfügt. 

Fig. 4. Obere Ansicht des Schädels, im. Zwischenkiefer. -ZV. Nasenbein, /»-i Vorderes 
Stirnbein, fr. Hinteres Stirnbein, z, i^ Innere Höckerreihe, a, a^ äussere Höcker- 
reihe des seitlichen Theiles der Stirnbeine. P. Scheitelbein. 

Fig. 5. Seitenansicht des Schädels. (Aus Versehen mit dem Scheitel nach unten gezeich- 
net, daher verkehrt zu betrachten.) n. Nasenbein, fr. a. Vorderes, fr. p. hin- 
teres Stirnbein, in. Zwischenkiefer, mi. Unterkiefer, hr. st. Branchiostegalplatten. 
0. Augenhöhle, ph. Prooticum? op. Operculum. pro. Prseoperculum. sc. Scapula? 

Fig. 6. Schuppe von der Hinterhauptsgegend. 

Fig. 7. Schuppe der Seitenlinie. Beide doppelt vergrössert. 



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D'^AFritsch Reptilien ufischeder Böhm, Kreideform 



Tal). 4 



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TAFEL V. 



Beryx Zippei, Ag pag. 41 

Fig. 1. Exemplar aus dem Wehlowitzer Pläner von Wehlowitz. Natürliche Grösse. (Siehe 
Holzschnitt Fig. 62.) 

Beryx ornatns, Ag pag. 43 

Fig. 2. Vorderansicht des Kopfes von dem Fig. 3 dargestellten Exemplare. 

Fig. 3. Exemplar aus einem Kalkknollen der Iserschichten von Benatek. Natürl. Grösse. 



D^AFritsch. Reptilien u.FischederBohm. Kreideform 



Tali. 







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Lanjhans ai.nat.del 



Dnick ., Bohemia ' hraa 



TAFEL VI. 



Hypsodon liCwesieusis, Ag pag. 40 

Zwischen- und Oberkiefer aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag. 

Natürliche Grösse. 



D''A.Fritsch, Reptilien u.Fisctie der Böhm. Kreideform 



Tab. 6 




Lmaiians ai.uat iel 



Druck 



T^FEL VII. 



Enchodus halocion, Ag pag. 35 



Fig. 1. 



Fig. 2. 



Fig. 3. 



Ganzer Kopf aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag, 
dem in das Negativ gemachten Gypsabgusse. Natürliclie Grösse. 

Nasenbein. spZ. Symplecticum. 



Gezeichnet nach 



n. 
/• 
P 
so 

V. 

1 



Stirnbein. 

Scheitelbein. 

Oberes Hinterhauptsbein. 

Vom er. 

Transversum. 

Pterigoideum. 



q. Quadratum. 

t. temporale. 

TO. Mastoideum. 

0. Praeoperculum, 

0. Operculum. 

io. Zwei Knochen des Infraorbitalringes. 



Abdruck der Innenfläche der Schädelknochen eines Kopfes ohne Ober- und Zwischenkiefer. 
Aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen Berges bei Prag. Natürliche Grösse. 

Oberansicht des Kopfes eines jungen Exemplars von demselben Fundorte, in natürl. Grösse. 
Zeigt den Oberkiefer und den Unterkiefer, die Sculptur der Scheitelbeine und des Oper- 
culum, sowie die Wirbelsäule, deren Fortsetzung auf der Unterseite des Handstückes Fig. 4 
sich erhalten hat. 

Fig. 4. Fortsetzung der Wirbelsäule auf der Unterseite des in Fig. 3 dargestellten Stückes. 



Osmeroides liCwesieusis, Ag. 



pag. 32 



Fig. 5. Seitenansicht eines Kopfes mit weit geöffnetem Munde, mi. Zwischenkiefer, mo. Oberkiefer. 
Weisser Berg bei Prag. Nat. Grösse. 

Fig. 6. Äussere Fläche des Kopfes von demselben Fundorte. Gezeichnet nach dem in das Negativ 
des ganzen auf Taf. 8 dargestellten Exemplares gemachten Gypsabgusse. Zeigt die Sculptur 
der oberen Schädelknochen und des Operculum. Nat. Grösse. 



D^'A.Fntsch Reptilien u.Fisclieder Böhm, Kreideform , 



Tab. 7 




Latylians ai.uat.de]. 



Druck „ Bohemia" Prag 



TAFEL Vm. 



Osmeroides liCwesiensis, Ag pag. 32 

Fig. 1. Ganzes Exemplar aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag. Nat. Grösse. 

Alosa bohemica, Fr pag. 39 

Fig. 2. Positiver Abdrack eines fast ganzen Exemplars aus den Malnitzer Schichten von Wehlo- 
witz. (Gefimden von J. Prazäk, Grundbesitzer in Chorousek.) Nat. Grösse. 

P. Linke Brustflosse. D. Rückenflosse. 

P? Rechte Brustflosse durch Verschiebung nach V. Bauchflosse. 

der Rückenseite verdrängt. pr. Fortsatz des unteren Wirbelbogens. 



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D''AFntsch Reptilien uFischederBohm Kreideform 



Tab. 8 



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LaiLjhans ad nal dd 



DnicIc.Bohemia inj 



TAFEL IX. 



Halec Sternbergii, Ag pag. 37 

Das Originalexemplar Agassiz, aus den Iserschichten von Jung-Koldin bei Brandeis an der 
Adler. Nach Entblössung der Bauchflosse, eines Theiles der Wirbelsäule und nach Präparation des 
Kopfes von neuem dargestellt, zum Theile nach dem in das Negativ gemachten Gypsabgusse restaurirt. 
Natürliche Grösse. 



im. 


Zwischenkiefer. 


m. 


Oberkiefer. 


P. 


Gaumenbein. 


n. 


Nasenbein. 


fa. 


Vorderes Stirnbein. 


fP- 


Hinteres Stirnbein. 


pa. 


Scheitelbein. 


m. 


Mastoideum. 


b. 


Verknöcherter Bulbus des Auges. 


10. 


Infraorbitalring. 


PO. 


Prseoperculum. 


0. 


Operculum. 


io. 


Interoperculum. 


so. 


Suboperculum. 


soc. 


Suprascapulare. 


sc. 


Scapula. 


cl. 


Clavicula. 



CAFritsch Reptilien u FischederBohm Kreideform 



T;il) '.) 




^T"^ 



lAFEL X. 



Dereetis Reussii, Fr pag. 20 

Fig. 1. Fragment der Wirbelsäule aus dem Wehlowitzer Plan er von Hof an bei Laun. Nat Grösse. 

eh. Ausfüllungen nach der Chorda dor- d. Reste der Rückenflosse, 

salis. p. Beckenknochen ? 

ps. Obere Dornfortsätze. sc. sc. Knochenscbilder des Hautskelettes. 

pi. Untere Dornfortsätze. 
Fig. 2. Basalknochen des Schädels aus den Dirinower Knollen von Brnky, wahrscheinlich zu Cyclo- 

lepis Agassizi gehörig. 
Fig. 3. Kiemendeckel eines Fisches aus den Dfinower Knollen von Brnky. 

Halec I^aubei, Fr pag. 38 

Fig. 4. Negativabdruck eines Kopfes aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag. 
(Aus der Sammlung des deutschen Polytechnikum in Prag.) 
b. Verknöcherter Augapfel. q. Quadratum. 0. Operculum. 

ty. Tympanicum. m. Mastoideum. io. Interoperculum. 

spl. Symplecticum. PO. Prseoperculum. SO. Suboperculum. 

Alosa boheiuica, Fr pag. 39 

Fig. 5. Vordere Partie des auf Taf. 8 dargestellten Exemplares. Nach dem Gypsabgusse in den 
negativen Abdruck gezeichnet. 

PO. Prseoperculum. S. Schuppe der Seitenlinie, darüber drei Seiten- 

0. Operculum. Schenkel der oberen Wirbelbögen. 

C. Coracoideum? m. Mastoideum. 

B. Brustflosse. l. Schenkel der oberen Wirbelbögen mit seit- 
lichen Anhängen. 

Dercetis Renssii, Fr ag. 20 

Fig. 6. Negativabdruck des auf Taf. 2, Fig. 8 dargestellten Kopfes in doppelter Grösse. 
S. Scheitelbeine. 0. Operculum. 

Scmionotus ? ? . pag. 26 

Fig. 7. Fragmente des Schädels und Schuppen. 



_,. „ ..^ , , . , , Aus dem Pläner von Neu-Straschitz 

Flg. 8. Unterkiefer. } .„ -p- •■ <. 

° r. ^^. , , ., Alle Figuren vergrossert. 

Flg. 9. Kiemendeckel. J 



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D''AFritsch. Reptilien u.FiscIlederBöhm.Kreideforin. 



TahlO. 





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Druck, Bohemia" Praa 



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In Cominissioii bei F. iRIVISrA.ö 

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Die 

Calianassen der böhm. Kreideformation. 

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Stüfa im GeliieiB fler iölii KreiMomatioi 

I>ie Weissenberger and 3J[aliiitzer Söliicliteii. 

(Aus dem Archiv für die naturwissenschaftliche Landesdurchforschung von Böhmen.) 

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Druck von Dr. Ed. Gregr In Prag 1878.